1:1 gegen Linz – Andernach scheitert an der eigenen Chancenverwertung

Es war eines dieser Spiele, für das sich alte Fußballweisheiten bemühen lassen: Wenn du vorne die Dinger nicht machst, wirst du hinten bestraft. Die Folge: Unsere Bäckerjungen kommen im Heimspiel gegen den VfB Linz nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. „Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht“, sagt Trainer Kim Kossmann. „Aber vor dem Tor war das heute die Krönung. Schlimmer kann es nicht mehr werden.“
Beide Mannschaften präsentierten sich von Anfang an mit offenem Visier. Für Linz erspielte sich Adis Siljkovic erste gute Chancen, bei denen er jeweils nur knapp sein Ziel verfehlte (1./7.). Für Andernach war es Mike Borger, der das Nervenkostüm seines Trainers schon nach wenigen Minuten überstrapaziert hatte. Zwei Kopfbälle aus kurzer Distanz (8./9.), zwei Riesen-Schussmöglichkeiten, die Linz im letzten Moment klären konnte (23./25.) – Borger stand immer da, wo er stehen sollte. Nur der Treffer gelang ihm nicht, bis zur 30. Minute. Aus der vielleicht schwierigsten seiner fünf Abschlusspositionen hämmerte Andernachs Stürmer den Ball zum verdienten 1:0 in die Maschen.
In der zweiten Halbzeit blieb die Unruhe und Hektik, die an diesem Tag beiden Mannschaften anzumerken war, der Chancenwucher ließ hingegen zunächst nach. Einmal Siljkovic für Linz (47.), einmal Dshabrailow für Andernach (49.), dann war lange Ruhe in beiden Strafstößen. Erst in der Schlussphase übernahmen die Linzer erstmals mehr Kontrolle über das Spiel. Luca Eric Kirschbaum hatte den Ausgleich auf dem Kopf, verfehlte jedoch knapp (77.).
Andernach lauerte auf den einen Konter, offenbar erfolgreich. Mike Borger und Argjend Idrizi waren frei durch. Borger legte ab, Idrizi traf die Latte. Das sichergeglaubte 2:0 wollte nicht fallen (84.). Und so kam es, wie es der Weisheit nach kommen musste. Nach einem Foulspiel von Philipp Schmitz an Adis Siljkovic entschied der ansonsten recht Linien-lose Schiedsrichter Manuel Mück zurecht auf Strafstoß. Der Gefoulte trat selbst an, traf zum 1:1 und kam so auch noch zu seinem Tor des Tages (87.). Filip Reintges vergab kurz vor Schluss die letzte gute Andernacher Siegchance (89.).
Kossmanns Fazit fiel dementsprechend bitter aus: „Das war die krasseste Niederlage diese Saison, obwohl wir 1:1 gespielt haben.“
Es spielten: Bolz, P. Schmitz, L. Schmitz, Weidenbach, Dshabrailow, Engels, Drilon Demiraj, Drinor Demiraj (61. Schiffers), Reintges, Dolon (66. Idrizi), Borger (85. Seker)
SR: Manuel Mück (Arzheim)
Zuschauer: 120
Tore: 1:0 Borger (30.), 1:1 Siljkovic (87., Foulelfmeter)
Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 Andernach am Samstag, 28. März (15.30) bei der SG Hochwald.
(mlat)