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2. Frauen-Bundesliga: Maggi-Doppelpack lässt Bäckermädchen aufatmen

Nach fünf Niederlagen in Serie gelang den Zweitliga-Fußballerinnen der SG 99 Andernach endlich der fünfte Saisonsieg. Beim 2:1 (1:1)-Auswärtssieg gegen den FC Ingolstadt 04 traf Spielführerin Magdalena Schumacher gleich doppelt. Durch den Sieg gelang den Bäckermädchen der Sprung ins Tabellenmittelfeld.

Die Vorbereitung auf das Spiel hätte durchaus angenehmer laufen können. Das für Sonntag angesetzte Auswärtsspiel war kurzfristig auf den Samstag verlegt worden, sodass zwei Spielerinnen erst in der Nacht um zwei Uhr im Mannschaftshotel ankamen. Wegen eines A-Junioren-Spiels um 13 Uhr mussten die Frauenteams bereits um 10.15 Uhr antreten. Nach 22 Minuten schien es so, als kämen die SG-Mädels mit der frühen Anstoßzeit nicht zurecht, als Ramona Maier die Gastgeber in Führung brachte. Schumacher, die aus beruflichen Gründen erst nach Mitternacht in Ingolstadt ankam, glich noch vor dem Pausentee nach einem Eckball von Sarah Krumscheid zum 1:1 aus (30.). Der zweite Durchgang war noch keine drei Minuten alt, als Antonia Hornberg mit einer Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen wurde. „Beide Szenen waren identisch. Meine Gegenspielerin hat in hohem Tempo meinen Weg gekreuzt, ich konnte nicht ausweichen“, ärgerte sich Hornberg über den Platzverweis, der ein Spiel Sperre zur Folge hat, und ergänzte: „Ich bin froh, dass die Mannschaft so reagiert hat und wir gewonnen haben. Das war das Wichtigste.“

Trotz der Unterzahl kämpfte die Mannschaft von Trainerin Isabelle Stümper unverdrossen weiter und wurde dafür belohnt: Durch einen präzisen Kopfball nach einem Freistoß von Krumscheid, den Julia Schermuly auf Vorarbeit der starken Celine Dickopf rausgeholt hatte, traf erneut Schumacher zum umjubelten Führungstreffer der Gäste vom Rhein, der gleichzeitig auch der Siegtreffer war. Denn im Anschluss verteidigten die Bäckermädchen – anders als in den Wochen zuvor – konzentriert bis zum Schlusspfiff und retteten die Führung über die Zeit. „Ich bin glücklich, dass ich der Mannschaft mit meinen Toren helfen konnte. Wir haben es uns verdient und wurden endlich belohnt für unseren Aufwand“, gab Doppeltorschützin „Maggi“ zu Protokoll. Nach der Serie von fünf Niederlagen, die nicht spurlos an den Andernacherinnen vorbeigegangen war, lässt dieser wichtige Sieg die Bäckermädchen von Tabellenplatz zwölf auf Rang zehn springen.

„Ich bin heute unheimlich stolz auf die Mannschaft. Wir haben trotz Unterzahl auf einem riesigen Spielfeld richtig gekämpft, endlich über die komplette Spielzeit konzentriert verteidigt und konnten auch spielerisch überzeugen“, freute sich Trainerin Isabelle Stümper und blickte bereits voraus auf die nächste Aufgabe beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg II am kommenden Sonntag um 11 Uhr: „Wir haben beim 2:5 im Hinspiel gesehen, dass auch gegen diese Mannschaft etwas möglich ist. Deshalb wollen wir auch dort etwas Zählbares mitnehmen und einen guten Jahresabschluss hinlegen.“ Kevin Müller

SG 99 Andernach: Theisen – Langenfeld, Kathrin Schermuly, Schumacher, Wagner – Krumscheid, Schäfer (66. Dickopf), Umbach, Julia Schermuly (84. Lang) – Hornberg, Weingarz.

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Zwei Torschützinnen auf einen Blick: Kapitänin Magdalena Schumacher (links) schoss die Bäckermädchen mit zwei Toren zum Sieg, nachdem Ramona Maier (rechts) den FC Ingolstadt in Führung gebracht hatte. Foto: Tobias Mühlsteff




2. Frauen-Bundesliga: Frühstart am Samstag in Ingolstadt

Außergewöhnliche Umstände erfordern besondere Maßnahmen: Das Spiel der 2. Bundesliga zwischen den Fußballfrauen des FC Ingolstadt 04 und der SG 99 Andernach geht exakt einen Tag und 45 Minuten früher als ursprünglich geplant über die Bühne. Der Anpfiff erfolgt am Samstagmorgen bereits um 10.15 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des Audi-Sportparks. Am Mittwochmorgen wurde das Rasenfeld der Bezirkssportanlage in Ingolstadt-Mitte, Hauptspielstätte des Mitaufsteigers, wegen der Witterungs- und Platzverhältnisse kurzerhand gesperrt. Der Kunstrasenplatz im Sportpark als Ausweichmöglichkeit ist zwar zum eigentlichen Zeitpunkt des Spiels frei, allerdings wollen dort auch auf dem benachbarten Rasen die Ingolstädter Männer wenig später ihr Drittliga-Spiel gegen den SV Meppen austragen.

Aus logistischen und sicherheitsrelevanten Gründen musste demnach das Frauenspiel weichen, nach einigem Hin und Her einigte man sich schließlich in enger Absprache mit DFB und Schiedsrichterin auf die frühe Zeit am Samstagmorgen. Der 22-köpfige Andernacher Tross macht sich am Freitag um 14.30 Uhr auf den Weg und übernachtet etwa 35 Kilometer vor dem eigentlichen Ziel. Isabelle Stümper, Trainerin der SG 99, musste wegen des terminlichen Drahtseilaktes geringe Personaleinbußen hinnehmen. Loreana Liebetanz und Carolin Dillenburg stehen nicht zur Verfügung.

Nach dem desillusionierenden und vor allem deprimierenden 3:5 im Kellerduell gegen den BV Cloppenburg gilt die noch vor wenigen Wochen geäußerte Wunschzielvorgabe „sechs Punkte bis zur Winterpause“ nicht mehr ultimativ. Rechnerisch ist das zwar noch möglich, aber nun stehen nach fünf Niederlagen in Folge nur noch die Auswärtsspiele in Ingolstadt und beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg II (8. Dezember) auf dem Programm. In der zweitgrößten Stadt Oberbayerns wollen die in die Abstiegszone gerutschten Bäckermädchen nun noch einmal alles in die Waagschale werfen, um beim ebenfalls seit drei Runden punktlosen Gastgeber zu bestehen. Gelingt der erhoffte Sieg, kann die SG 99 mit dann 15 Punkten zumindest durchatmen.
Auch in Ingolstadt werden Julia Schermuly (links im Spiel gegen den BV Cloppenburg beim Kopfball) und ihre Andernacher Teamkolleginnen alles in die Waagschale werfen, um die Niederlagenserie zu beenden. Foto: Norbert J. Becker



2. Frauen-Bundesliga: Schlüsselspiel gegen Cloppenburg

Wenn es so etwas wie ein Schlüsselspiel wirklich gibt, dann steht es für die Fußballfrauen der SG 99 Andernach am Sonntag um 13 Uhr in der 2. Bundesliga auf dem Programm. Am zwölften und vorletzten Spieltag der Hinrunde treten die Bäckermädchen auf dem Kunstrasenplatz im Andernacher Stadion gegen den BV Cloppenburg an. Die Elf aus der rund 350 Kilometer entfernten Stadt in Niedersachsen ist als Drittletzter der Tabelle zwar leichter Außenseiter beim zwei Plätze besser notierten Gastgeber, hat zuletzt aber deutlich bessere Ergebnisse vorzuweisen als der seit vier Runden punktlose Aufsteiger.

Gegen den unbesiegten Spitzenreiter Bremen beispielsweise holte die Mannschaft von Trainer Sven Thoß zu Hause ein respektables 2:2. Den bisher einzigen Sieg feierte der BVC mit dem 2:0 gegen den FC Bayern München II – jene Mannschaft also, die der SG 99 vor Wochenfrist eine schmerzliche 1:4-Heimpleite zufügte. Und dass die Moral der Cloppenburgerinnen trotz prekärer Tabellensituation völlig intakt ist, haben sie sowohl bei der TSG Hoffenheim II als auch zuletzt beim 1. FFC Turbine Potsdam II nachhaltig unterstrichen: Dort gab es nach jeweils 0:3-Rückstand am Ende noch ein kaum mehr für möglich gehaltenes 3:3.

Aber alle statistischen Erhebungen sind in einer derart engen Liga nicht von elementarer Bedeutung. Kappy Stümper, Teamchef der SG 99, hat die Zeichen der Zeit erkannt und fordert unmissverständlich mit Blick auf die nahende Winterpause: „Ein Sieg muss her. Ich bin optimistisch, dass wir es schaffen. Denn endlich konnten wir in dieser Woche wieder fast mit dem kompletten Kader trainieren und gezielt an unseren Defiziten der letzten Spiele arbeiten. Wir müssen über 90 Minuten konzentriert auftreten, unsere guten Offensivaktionen cleverer zu Ende spielen und in der Defensive Gastgeschenke vermeiden.“ Personell ist weitgehend alles im Lot beim Klassenneuling, lediglich hinter dem Einsatz von Maren Weingarz im linken Mittelfeld steht noch ein Fragezeichen.

Überragend: Die nur 1,55 Meter große Kristin Kögel – U20-Nationalspielerin aus München – gewinnt hier das Kopfballduell beim 4:1 in Andernach (links Antonia Hornberg, in der Mitte Eva Langenfeld). Am Sonntag will des ie SG 99 gegen Cloppenburg besser machen und ihre Negativserie beenden. Foto: Andreas Walz




Kostenloser Download: Die digitale Stadion-Zeitung – Ausgabe 11

Die 11. Ausgabe der Stadion-Zeitung in dieser Saison zum Heimspiel unserer 1. Frauenmannschaft gegen den BV Cloppenburg (Sonntag, 24. November, 13 Uhr) gibt’s hier als digitale Version (17 Seiten / 14 MB) zur Ansicht und/oder zum Download: https://sg99-andernach.de/wp-content/uploads/2019/11/sz11-241119.pdf

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Rückblick & Vorschau: 2. Frauen und U17

Frauen-Rheinlandliga: SG 99 Andernach II – FC Urbar 5:0 (2:0)

Auf erstaunlich wenig Widerstand stieß die zweite Mannschaft der Bäckermädchen im tabellarischen Nachbarschaftsduell der höchsten Verbandsklasse mit dem Aufsteiger aus der Koblenzer Peripherie. Schon zur Pause war die Elf des Trainers Daniel Kohns nach einem Doppelpack von Laura Wermann (17., 37.)  auf dem richtigen Weg. Drei Minuten nach Wiederanpfiff war erneut die Andernacher Spielerin mit der Nummer elf zur Stelle – mit dem 3:0 war die Begegnung im Prinzip entschieden. Hannah Ackermann (65., 71.) schraubte das Ergebnis noch in die Höhe.

Am heutigen Mittwochabend kann die SG 99 II ein wenig Geschichte schreiben: Noch nie war eine zweite Mannschaft des Vereins im Rheinlandpokal-Viertelfinale vertreten. Genau dorthin zieht es das Andernacher Team, wenn um 19.30 Uhr ein Sieg auf dem Kunstrasenplatz in Simmern gelingt. Gastgebender Gegner ist dann kein Geringerer als der noch ungeschlagene Rheinlandliga-Tabellenführer SV Holzbach. Weiterer Blick ins Geschichtsbuch: Am 29. August 2010 verlor die damals erst neu gegründete zweite Mannschaft der SG 99 in ihrem ersten Pflichtspiel der Bezirksliga Mitte mit sage und schreibe 1:20 beim späteren Meister aus Holzbach. Nun, etwas mehr als neun Jahre später, dürfte der Unterschied nicht mehr ganz so groß sein… 😉

Am Samstag um 17 Uhr steht dann noch das erste Rückrundenspiel in der Rheinlandliga auf dem Programm, dann tritt der SV Niederburg auf dem Kunstrasenplatz im Andernacher Stadion an. An den Saisonauftakt haben die Bäckermädchen keine allzu guten Erinnerungen, die Hinrundenbegegnung geriet mit 2:5 ordentlich in die Binsen. Gelingt die Wiedergutmachung?

SG 99 Andernach: Kathrin Günther – Mareike Dietzler, Laureen Ackermann, Sarah Klyta, Laura Wermann (63. Julia Steer), Hannah Jülich, Luisa Deckenbrock (71. Jessica Huntscha), Lara Schönborn, Elena Noll (71. Alexandra Esser), Hannah Ackermann, Anette Klyta (63. Luisa Mais).

B-Juniorinnen-Regionalliga Südwest: SV Wienau – SG 99 Andernach 0:3 (0:1)

Den achten Sieg im zehnten Spiel landete der älteste Nachwuchs der Bäckermädchen auf dem Kunstrasenplatz in Großmaischeid. Lena Zschiesche betätigte sich nach zwölf Minuten mit dem Treffer zum 0:1 als Türöffner. Es dauerte aber bis weit in die zweite Hälfte hinein, ehe die favorisierte SG 99 gegen den Vorletzten der Tabelle mit dem 0:2 durch Rinesa Alija für deutlichere Verhältnisse sorgen konnte (62.). Drei Minuten vor dem Abpfiff war es wiederum Alija, die ins Schwarze traf – es war bereits ihr 13. Saisontreffer.

Der Jahresausklang steht für die Andernacher U17 am Sonntag um 16 Uhr auf dem Kunstrasenplatz im Andernacher Stadion auf dem Programm. Im zweiten Rückrundenspiel erwartet die Mannschaft des Trainergespanns Niklas Bay und Lara Kreienbaum den 1. FFC 08 Niederkirchen, den man bereits beim ersten Aufeinandertreffen mit 7:0 in die Knie zwingen konnte.

SG 99 Andernach: Julia Kohns – Carolin Becker, Lina Gros, Ivana Serdarusic, Pia Foehrmann (74. Julia Härchen), Marie Schneider (41. Jana Engels), Johanna Sabel, Rinesa Alija, Lena Zschiesche, Luna Helwing (77. Samantha Rommersbach), Aleyna Akayoglu (67. Hannah Müller).




2. Frauen-Bundesliga: Zwei Eigentore besiegeln 1:4 gegen die Bayern

Die Fußballerinnen der SG 99 Andernach haben den Befreiungsschlag in der 2. Bundesliga  verpasst. Nach der deutlichen 1:4 (0:1)-Niederlage gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München müssen die Bäckermädchen den Blick in der Tabelle nach unten richten. Nach der Anfangsphase dachten wohl die wenigsten der knapp 300 Zuschauer, dass die Gastgeberinnen am Ende als deutlicher Verlierer vom Platz gehen würden. Nach knapp 90 Sekunden setzte sich Antonia Hornberg über die rechte Seite durch, ihre gefährliche Hereingabe fand keinen Abnehmer. Kurz darauf tauchte Hornberg nach schönem Pass von Sarah Krumscheid frei vor Maria-Luisa Grohs auf, scheiterte aber an der guten Münchner Torhüterin.

Im Anschluss kamen die Bayern-Mädels besser ins Spiel, waren sehr ball- und passsicher, allerdings ohne gefährlich vor das Andernacher Tor zu kommen. Erst in der 27. Minute profitierten sie von einem Ballverlust in der Andernacher Vorwärtsbewegung, und die starke Gia Corley verwertete die Chance eiskalt zum 0:1. Die Bäckermädchen zeigten sich keineswegs schockiert. Kathrin Schermuly lieferte ein klasse Zuspiel auf Julia Schermuly, die den Ball freistehend nicht an Torhüterin Grohs (31.) vorbei brachte. „In der ersten Halbzeit haben wir unsere Chancen nicht genutzt und ein ärgerliches Gegentor bekommen“ resümierte Andernachs Trainerin Isabelle Stümper das Geschehen.

Nach Wiederbeginn verhinderte zunächst SG-Torhüterin Jana Theisen gegen Corley einen höheren Rückstand, dann schlugen die Gastgeberinnen zu. Nach einer Ecke von Krumscheid verlängerte Maren Weingarz auf Hornberg, die akrobatisch zum 1:1-Ausgleich einschob (52.). Im Anschluss war es eine ausgeglichene Partie, ehe die Bayern wieder in Führung gingen. Nach einem scharf hereingegebenen Freistoß aus halblinker Position verlängerte Magdalena Schumacher unglücklich per Kopf ins eigene Tor (71.). Die Bäckermädchen wirkten geschockt und kassierten das 1:3 durch Laura Donhauser (77.). Den Schlusspunkt setzten die Andernacherinnen, allerdings wieder in das eigene Tor. Ein Klärungsversuch nach Flanke landete von Alina Wagners Fuß im Tor der SG 99 (80.).

Isabelle Stümper war verärgert: „Wir bekommen derzeit zu viele Gegentore durch individuelle Fehler, und vorn nutzen wir unsere Chancen zu selten. Nach dem 1:2 sind wir auseinandergebrochen, obwohl wir vorher richtig gut im Spiel waren. Das darf uns nicht passieren, wir müssen auch nach Rückschlägen die passenden Antworten finden.“ Klar ist: „Wir sind im Abstiegskampf angekommen und müssen in den nächsten Wochen richtig Gas geben.“ Kevin Müller

SG 99 Andernach: Theisen – Langenfeld (85. Dillenburg), Schäfer (77. Weinel), Schumacher, Wagner – Hornberg, Umbach, Kathrin Schermuly, Weingarz – Krumscheid, Julia Schermuly (85. Liebetanz).

Der Ausgleich: Antonia Hornberg erzielt im Fallen das 1:1 für ihre SG 99, danach blieb das Spiel knapp 20 Minuten lang offen. Foto: Norbert J. Becker

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Kostenloser Download: Die digitale Stadion-Zeitung – Ausgabe 10

Die 10. Ausgabe der Stadion-Zeitung in dieser Saison zum Heimspiel unserer 1. Frauenmannschaft gegen den FC Bayern München II (Sonntag, 17. November, 13 Uhr) gibt’s hier als digitale Version (17 Seiten / 13,3 MB) zur Ansicht und/oder zum Download: https://sg99-andernach.de/wp-content/uploads/2019/11/sz10-171119.pdf

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2. Frauen-Bundesliga: SG 99 geht mit 1:5 in Potsdam unter

Die Fußballfrauen der SG 99 Andernach mussten am zehnten Spieltag der 2. Bundesliga die höchste Saisonniederlage hinnehmen. Die kassierten die Bäckermädchen nicht etwa bei einem Spitzenteam, sondern mit 1:5 (0:2) beim zuvor in sechs Spielen punktlosen 1. FFC Turbine Potsdam II. Keine Frage, dass der Aufsteiger desillusioniert die 588 Kilometer lange Rückreise in Angriff nahm. Die Andernacher Trainerin Isabelle Stümper war noch Stunden nach dem Abpfiff restlos bedient: „Ein absolut gebrauchter Tag, wir haben uns viel vorgenommen und nur ganz wenig umgesetzt. Die ersten Minuten waren noch super, danach ging plötzlich nichts mehr. Es fehlen mir die Worte, dass das ausgerechnet gegen die etwas schwächeren Mannschaften passiert.“

Die SG 99 hatte mit einem personellen Handicap zu kämpfen, auch wenn das für Stümper nicht als Ausrede dienen sollte: Kurz vor der Hinfahrt mussten zwei Spielerinnen kurzfristig passen. Sarah Krumscheid fiel grippegeschwächt aus, Caroline Asteroth konnte aus privaten Gründen nicht mitkommen. Somit stand der SG 99 nur ein 15er-Kader im Nordosten der Republik zur Verfügung. Dennoch begann die Partie ganz ordentlich für die Bäckermädchen. Zweimal hatten sie in der ersten Viertelstunde den Torjubel bereits auf den Lippen, zweimal scheiterten sie knapp. Stümper: „Da hatte ich noch ein echt gutes Gefühl.“ Nach 16 Minuten drehte sich jedoch das Blatt, als Laura Lindner das Spiel für die Gastgeber mit dem 1:0 in die gewünschte Richtung lenkte.

Doppelter Nackenschlag für den Neuling kurz vor der Pause: Erst musste Maren Weingarz verletzt vom Feld (40.), dann erhöhte Potsdam durch Nathalie Bretschneider auf 2:0 (43.). Als Lindner mit ihrem zweiten Tor nach 67 Minuten auf 3:0 stellte, waren die Punkte im Prinzip verteilt. Die eingewechselte Loreana Liebetanz betrieb in der Schlussphase zwar mit ihrem ersten Saisontreffer etwas Ergebniskosmetik (80.), doch das war schnell wieder Makulatur. Marlene Müller gab die Antwort für Turbine und schraubte das Resultat mit zwei persönlichen Erfolgserlebnissen in die Höhe (87., 89.).

Den Platz im Tabellenmittelfeld hat die SG 99 trotz der dritten Niederlage in Serie gehalten, aber die Luft nach unten ist etwas dünner geworden. Es wird also Zeit, nach der nun folgenden Pause in den beiden Heimspielen gegen den FC Bayern München II (17. November) und den BV Cloppenburg (24. November) wieder etwas Zählbares einzufahren.

Loreana Liebetanz (hier beim Spiel in Bremen am Ball) konnte für die SG 99 in Potsdam nach 80 Minuten den Ehrentreffer erzielen. Foto: Norbert J. Becker




Frauen-Testspiele der SG 99: 1:1, 5:0, 0:3 – jetzt kommt Bayer 04 Leverkusen

1:1 gegen den FSV Hessen Wetzlar, 5:0 gegen den SC 13 Bad Neuenahr, 0:3 gegen den 1. FC Köln – durchwachsen, aber den Erwartungen durchaus entsprechend präsentierten sich die Fußballfrauen der SG 99 Andernach in der ersten Hälfte der Vorbereitung auf die Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga. Speziell die Niederlage gegen die Bundesliga-Elf aus der Domstadt wusste Isabelle Stümper, Spielertrainerin der „Bäckermädchen“, richtig einzuschätzen: „Das Ergebnis ist absolut in Ordnung. Es wäre vermessen gewesen, etwas anderes zu erwarten.“

Der Begriff „Spielertrainerin“ trifft auf die 32-jährige Grundschullehrerin mittlerweile nur noch bedingt zu, in den bisherigen 270 Testminuten plus Nachspielzeit kam sie nicht zum Einsatz – weil sie das selbst so wollte: „Mit mir sind wir 29 Spielerinnen im Kader. Ich konzentriere mich im Moment mehr auf meine Aufgabe an der Seitenlinie, das ist wichtiger.“ Und das hat auch einen guten Grund: Vater Kappy Stümper, zweiter Teil des Trainergespanns der SG 99, verbrachte die vergangenen Tage wegen einer Hüftoperation im Krankenhaus. Gegen Wetzlar coachte er noch das Team, weil Tochter Isabelle im Urlaub weilte. Wer ihn kennt, der weiß, dass er beim anstehenden DFB-Pokalspiel am Sonntag, 4. August (14 Uhr), beim saarländischen Vertreter SV Göttelborn gerne wieder dabei sein möchte, auch wenn das aus gesundheitlicher Sicht noch ein bisschen zu früh erscheint.

Bis dahin haben die Bäckermädchen aber noch drei Testspiele zu bestreiten: Am Mittwoch folgt ein erneuter Kräftevergleich mit einem Bundesligisten, um 19.30 Uhr gibt sich Bayer 04 Leverkusen im Andernacher Stadion die Ehre. Vier Tage später duelliert sich die SG 99 an gleicher Stelle (14 Uhr) mit dem West-Regionalligisten Vorwärts SpoHo Köln, bevor am Mittwoch, 31. Juli (19.30 Uhr), mit der Partie in Eitelborn gegen den alten Südwest-Rivalen 1. FFC Montabaur die Vorbereitungsphase endet. Es bleibt also noch genügend Zeit, aus der Ansammlung an talentierten sowie erfahrenen Kräften eine schlagkräftige Einheit zu bilden für die Herausforderung in der 2. Bundesliga, die mit dem Heimspiel am Sonntag, 11. August (11 Uhr), gegen den Vorjahresvizemeister VfL Wolfsburg II beginnt.

Von den zwölf Neuzugängen hinterließ bislang die aus Wetzlar gewechselte U20-Weltmeisterin Kathrin Schermuly den nachhaltigsten Eindruck, sie erzielte beim 5:0 gegen Bad Neuenahr den letzten Treffer. Aber auch Celine Dickopf (von der U17 des SV Rengsdorf gekommen), Alina Wagner, Loreana Liebetanz (beide zuvor TuS Wörrstadt) und Hannah Ackermann (eigene zweite Mannschaft) konnten mit einem persönlichen Erfolgserlebnis bereits positiv auf sich aufmerksam machen. Was aber das bisherige Engagement der übrigen sieben Verpflichtungen keinesfalls schmälern soll. Das Experimentieren ist mit dem Spiel gegen Montabaur beendet. Da darf der Anhänger des Aufsteigers schon jetzt gespannt sein, wer dann zur Startformation der SG 99 zählt.

Das neue Teamfoto der SG 99 für die 2. Bundesliga gibt es HIER

Die erst 17-jährige Celine Dickopf (am Ball) spielte gegen den 1. FC Köln von Beginn an in der Sturmspitze der SG 99 (rechts Laura Weinel, links hinten Kathrin Schermuly), hatte es dabei erwartungsgemäß schwer, zeigte aber gute Ansätze. Foto: Norbert J. Becker




1. DFB-Pokalrunde der Frauen: SG 99 spielt beim saarländischen SV Göttelborn

Ein Auswärtsspiel bescherte die Auslosung der 1. DFB-Pokalrunde im Rahmen der Managertagung in Frankfurt der ersten Frauenmannschaft unserer SG 99 Andernach: Am Sonntag, 4. August (voraussichtlich um 14 Uhr), muss der Zweitliga-Aufsteiger beim Regionalliga-Neuling SV Göttelborn antreten. Der Verbandsligameister des Saarlands (20 Spiele = 20 Siege und 128:2 Tore), der unter dem Dach des SV 07 Elversberg firmiert, setzte sich souverän im Landespokalwettbewerb durch und stieg in eben jene Klasse auf, die die Andernacher „Bäckermädchen“ erst vor wenigen Wochen als Südwest-Titelträger nach oben verlassen haben. Also eine interessante Herausforderung für die SG 99 um ihr Trainergespann Isabelle und Kappy Stümper gegen eine seit über einem Jahr in Pflichtspielen ungeschlagene Mannschaft.