1:5 gegen Hochwald – Bäckerjungen schlagen sich auch selbst

Die SG 99 Andernach verpasst auch im dritten Heimspiel der Rheinlandliga-Saison den ersten Heimsieg. Dabei entsprach die Leistung in weiten Teilen nicht einmal dem doch sehr ernüchternden 1:5 (0:2) gegen die SG Hochwald. „Bis zur 88. Minute war ich zufrieden“, sagt Andernachs Trainer Kim Kossmann. Um gleich nachzuschieben, dass ihn wohl alle, die an diesem Samstag nicht dabei waren, für verrückt erklären werden.

Dass der Fußballgott diesmal kein Andernacher ist, deutete sich schon in der Anfangsphase an. Die Bäckerjungen begann mit viel Schwung und gerieten mit dem ersten Angriff der Gäste direkt in Rückstand. Bastian Neises zog über die rechte Seite in den Strafraum, Aaron de Abreu konnte nicht ausreichend gegenhalten, Jannis Koch ließ das kurze Eck zu frei – Hochwald führte mit 0:1 (7.).

Andernach blieb die aktivere Mannschaft, hatte durch Filip Reintges die schnelle Chance zum Ausgleich (8.). Doch das zweite Tor fiel mit der zweiten Gästechance. Andre Paulus setzte den Ball aus zwölf Metern zum 0:2 ins linke untere Eck (26.). Die Gastgeber steckten weiterhin nicht auf. Nach einer Ecke blieb Gästekeeper Yassin Benhmidane im Fünfer liegen, Linus Wingenbach hämmerte den Ball aus dem Hintergrund am verwaisten Tor vorbei (31.). Auch Filip Reintges (37.), Mike Borger (39.) und Philipp Pitkowski (42.) schnupperten am Anschlusstreffer.

In der zweiten Halbzeit nahm der Andernacher Druck weiter zu. Borger hatte Benhmidane bereits überwunden, sein Lupfer flog jedoch knapp am Tor vorbei (49.). Pitkowski köpfte nach einem Philipp-Schmitz-Freistoß das hochverdiente 1:2 (53.). Als nach einer Stunde Benhmidane bei einer verunglückten Rettungsaktion Philipp Pitkowski zu Boden brachte, erwarteten alle einen Elfmeterpfiff von Patrick Mattern. Doch dessen Pfeife blieb stumm und das Andernacher Momentum ebbte langsam ab.

Zwar blieben die Gastgeber die deutlich bessere Mannschaft, doch die Qualität der Chancen ließ nach. Drilon Demiraj versuchte es noch einmal per Kopf (63.), die eingewechselten Adam Lemghar (73.) und Argjend Idrizi (81.) mit dem Fuß. Doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen. In der von Kossmann angesprochenen 88. Minute luden die Andernacher dann als gute Gastgeber ihre Gäste zum Toreschießen ein. Idrizi warf den Ball in die Füße des Gegners ein, Koch konnte nur per Foul retten, Tobias Lenz verwandelte den fälligen Foulelfmeter zum 1:3. Louis Baldes per Konter (90.+1) und Matthias Burg per Freistoß (90.+4) erhöhten gegen nun völlig indisponierte Andernacher noch auf 1:5.

„Wir haben wenig zugelassen, hatten Chancen, waren klar die bessere Mannschaft“, haderte Kossmann direkt nach dem Abpfiff. Seine Wechsel hatten an diesem Tag nicht funktioniert. Und die Sache mit dem Spielglück erst recht nicht.

Es spielten: Koch, P. Schmitz, L. Schmitz, Schiffers (80. Welter), Engels (72. Lemghar), Reintges, de Abreu (46. Idrizi), Drilon Demiraj (83. Dolon), Wingenbach, Pitkowski, Borger

SR: Patrick Mattern (Blankenrath)

Zuschauer: 100

Tore: 0:1 Neises (7.), 0:2 Paulus (26.), 1:2 Pitkowski (53.), 1:3 Lenz (88.), 1:4 Baldes (90.+1), 1:5 Burg (90.+4)

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 Andernach am Mittwoch, 16. September um 20 Uhr beim SV Laubach.

(mlat)

Filip Reintges und der SG 99 Andernach fehlte am Samstag jegliches Spielglück. Foto: René Weiss




2:1 in Trier – Bäckerjungen siegen beim Spitzenreiter

Die Wiedergutmachung ist geglückt. Zehn Tag nach der enttäuschenden 2:3-Niederlage gegen sonst noch punktlose Malberger, gelang der SG 99 Andernach am Sonntag ein 2:1 (1:1) beim vorherigen Tabellenführer Eintracht Trier II.

Die Bäckerjungen profitierten dabei auch von einer frühen roten Karte gegen Triers Stürmer Soumah Morlaye, der nach einer Tätlichkeit gegen Leon Schmitz bereits nach 18 Minuten vom Feld musste. Trotz der Überzahl taten sich die Gäste zunächst schwer. Finn Gromzick brachte die Regionalliga-Reserve mit einem schönen Seitfallzieher zum 1:0 in Führung (34.), Andernachs Trainer Kim Kossmann reagierte noch vor der Pause und brachte Linus Wingenbach für den enttäuschenden Filip Reintges. „Da hatte ich ein gutes Händchen.“

Es war nämlich eben jener Wingenbach, der kurz nach seiner Einwechslung aus 18 Metern zum 1:1-Pausenstand traf (45). Zwei Minuten nach Wiederanpfiff war die Partie dann vollends gedreht. Philipp Pitkowski köpfte nach einer Jan-Engels-Flanke zum 1:2 ein (47.). Die Partie blieb auch danach offen. Die Gäste vergaben selbst Chancen zur Vorentscheidung, mussten sich am Ende allerdings ebenso bei ihrem starken Torhüter Jannis Koch bedanken, der den Auswärtssieg festhielt.

Es spielten: Koch, P. Schmitz, L. Schmitz, Drilon Demiraj, de Abreu, Wingenbach, Engels, Saftig (87. Drinor Demiraj, 90. Lemghar), Reintges (40. Wingenbach, 90. Idrizi), Pitkowski (75. Welter), Borger

SR: Marek Rosswinkel (Prüm)

Zuschauer: 130

Tore: 1:0 Gromzick (34.), 1:1 Wingenbach (45.), 1:2 Pitkowski (47.)

Besonderheiten: Rote Karte gegen Soumah Morlaye wegen einer Tätlichkeit (Trier, 18.), Gelb-rote Karte gegen Alexis Weidenbach wegen Foulspiels (Andernach, 90.+7)

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 am Samstag, 12. September gegen die SG Hochwald. Der Anpfiff auf dem Andernacher Kunstrasen erfolgt um 14 Uhr.

(mlat)




2:3 gegen Malberg – Bäckerjungen können nicht an Immendorf-Sieg anknüpfen

Rückenwind und Hoffnung waren nach dem überzeugenden 5:2 in Immendorf groß. Doch noch sind die Bäckerjungen nicht in dieser Rheinlandliga-Saison angekommen. Am Mittwochabend gab es beim 2:3 (2:2) gegen die zuvor noch punktlose SG Malberg den nächsten Dämpfer.  „Gegen so eine Mannschaft musst du zuhause gewinnen, wenn du oben mitspielen willst“, sagt Trainer Kim Kossmann. „Wir haben sie selbst stark gemacht, waren mit dem Ball viel zu schlecht.“

Dabei starteten die Andernacher perfekt in ihr Heimspiel. Fünf Minuten waren gespielt, da köpfte Philipp Pitkowski nach einer Philipp-Schmitz-Ecke zum 1:0 ein. Doch auch mir der Führung im Rücken stellte sich bei den Gastgebern keine Souveränität ein. Malberg kämpfte sich in die Partie, hatte durch Benedikt Trippler erste gute Möglichkeiten (10./13.). Schließlich war es Justin Nagel, der nach einem Freistoß von Sebastian Rosbach und einem Abpraller von Andernachs Torhüter Jannis Koch zum 1:1 abstaubte (20.).

Danach entwickelte sich ein kampfbetonter Schlagabtausch. Kurz vor der Pause brachte Piktowski Andernach nach Querpass von Mike Borger erneut mit 2:1 in Führung (42.). Wieder konnte Nagel nach einem langen Freistoß ausgleichen (44.). So ging es mit 2:2 in die Halbzeit.

In den zweiten 45 Minuten spielten fast nur die Gastgeber, hatten durch Alexis Weidenbach eine erste gute Kopfballchance (53.). Der Treffer fiel allerdings auf der anderen Seite. Nach einem einfachen Andernacher Ballverlust und einem schnellen Angriff über Luca Thom landete der Ball am Ende bei Sebastian Rosbach, der zum 2:3 einschoss (55.). Beinahe hätten nun die Andernacher schnell zurückschlagen können, doch Jan Engels traf nur den Pfosten (59.). Kurz darauf hätte es allerdings auch 2:4 stehen können, als Tim Pfeiffers Schuss vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld sprang (60.).

Nach einem taktischen Foulspiel sah Malbergs Bastian Bleser in der 63. Minute die gelb-rote Karte. Andernach blieb also eine halbe Stunde in Überzahl, um den Abend zu retten. Das optische Übergewicht war groß, gefährliche Abschlüsse blieben hingegen selten. Linus Wingenbach prüfte per Kopf noch einmal Gästetorhüter Nick Hammel (80.). Es blieb die letzte halbwegs brenzlige Situation für Malberg. „Wir sind enttäuscht, weil wir uns deutlich mehr vorgenommen haben“, sagt Kossmann.

Es spielten: Koch, P. Schmitz, L. Schmitz, Schiffers (75. Lutz), Engels, Weidenbach, Saftig, Wingenbach (88. Demiraj), Welter (62. de Abreu), Pitkowski, Borger

SR: Manuel Mück (Arzheim)

Zuschauer: 120

Tore: 1:0/2:1 Pitkowski (5./42.), 1:1/2:2 Nagel (20./44.), 2:3 Rosbach (55.)

Besonderheit: Gelb-rote Karte gegen Bastian Bleser (Malberg, 63.) wegen Foulspiels, rote Karte gegen den Malberger Torwarttrainer (90.)

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 Andernach am Sonntag, 6. September um 15.30 Uhr beim SV Eintracht Trier II

(mlat)




5:2 in Immendorf – Bäckerjungen bezwingen ihren Angstgegner

Nach zwei Rheinlandliga-Spielen ohne eigenes Tor hat sich die SG 99 Andernach am Sonntag offensivstark zurückgemeldet. Ausgerechnet im traditionell erfolglosen Auswärtsspiel in Immendorf gelang ein hochverdientes 5:2 (3:0). „Hier gewinnen wir normalerweise nie. Heute waren wir aber zu keiner Zeit gefährdet“, sagt Trainer Kim Kossmann. „Ich bin von der Leistung wirklich angetan.“

Von Beginn an waren die Gäste die dominante Mannschaft und untermauerten das mit frühen Treffern. Linus Wingenbach setzte sich über die rechte Seite durch, Mike Borger scheiterte noch an Torhüter Moritz Weißenborn, Benjamin Saftig staubte zum 0:1 ab (3.). Beim 0:2 war es andersherum: Saftig legte vor, Wingenbach traf aus 16 Metern (10.). Kurz vor der Pause gelang dann schon das vorentscheidende 0:3. Alexis Weidenbach traf nach einer Philipp-Schmitz-Ecke per Kopf (43.). „In der ersten Halbzeit haben wir wirklich überragend gespielt. Wir waren richtige Krieger auf dem Platz“, sagt Kossmann.

Nach der Pause kam Immendorf durch Lukas Claus, der Andernachs Torhüter Jannis Koch den Ball noch grenzwertig wegspitzelte, zunächst auf 1:3 heran (55.). Doch die Gäste gerieten nicht mehr ins Wanken. Borger verwandelte einen an sich selbst verursachten Foulelfmeter zum 1:4 (70.). Philipp Pitkowski köpfte nach schöner Flanke von Leo Welter sehenswert zum 1:5 ein (83.). Das 2:5 durch Jan Knopp (86.) war nur noch Ergebniskosmetik. „Wir hatten einen sehr guten Geist in der Mannschaft. Ich hoffe, dass wir den beibehalten“ sagt Kossmann.

Es spielten: Koch, P. Schmitz, L. Schmitz, Schiffers, Engels (80. Lutz), Weidenbach, Saftig (73. de Abreu), Wingenbach (69. Demiraj), Reintges (77. Welter), Dolon (58. Pitkowski), Borger

SR: Marc Schiry

Zuschauer: 192

Tore: 0:1 Saftig (3.), 0:2 Wingenbach (10.), 0:3 Weidenbach (43.), 1:3 Claus (55.), 1:4 Borger (70., Foulelfmeter), 1:5 Welter (83.), 2:5 Knopp (86.)

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 am Mittwoch, 26. August gegen die SG Malberg. Der Anpfiff auf dem Andernacher Kunstrasen erfolgt um 20 Uhr.

(mlat)




4:0 gegen Binningen – Bäckerjungen trotzen Gewitter und Pokalhürde

Das Wetter meinte es nicht gut mit den Beteiligten dieses Pokalabends. Beginnen konnte das Spiel wegen eines Gewitters erst mit mehr als einer halben Stunde Verspätung, in der zweiten Halbzeit setzte in Kaisersesch erneut starker Dauerregen ein. Die SG 99 Andernach ließ sich davon allerdings nicht beirren und zog durch ein 4:0 (1:0) beim Bezirksligisten SV Blau-Weiß Binningen souverän in die dritte Runde des Rheinlandpokals ein. „Das war alles sehr ungemütlich heute“, sagt Trainer Kim Kossmann. „Aber wir sind eine Runde weiter. Darum geht es im Pokal.“

Dominant waren die Bäckerjungen vom Anpfiff weg, doch die Zielstrebigkeit vor dem Tor fehlte zunächst. So reichte es in 45 Minuten nur zu zwei Großchancen, beide durch Mike Borger. Die erste vergab er noch freistehend (18.), die zweite nutzte er nach einem Querpass von Linus Wingenbach zur 1:0-Pausenführung (31.).

Nach Wiederanpfiff erspielten sich die Gäste mehr Räume, die Abstände zwischen guten Einschussmöglichkeiten wurden kürzer. Filip Reintges kam dem zweiten SG-Treffer gleich zwei Mal sehr nahe (50., 53.). Auf der Gegenseite schnupperte Binningen zumindest einmal am Ausgleich. Kapitän Elias Ternes scheiterte an Luca Jordi Bolz im Andernacher Tor (58.).

Als Gian Luca Dolon nach schöner Vorarbeit von Aaron de Abreu zum 0:2 einköpfte (62.), war die Partie entschieden. Nach einer scharfen Ecke von Philipp Schmitz traf Ternes doch noch für Binningen, aber ins eigene Tor (68.). Mike Borger sorgte aus kurzer Distanz für den 0:4-Endstand (81.). Bei besserer Chancenverwertung wären weitere Treffer möglich gewesen. „Es war ein Spiel auf ein Tor. Das war sehr lobenswert. Vorne hätten wir es noch etwas genauer spielen können“, sagt Kossmann.

Es spielten: Bolz, P. Schmitz, L. Schmitz, Schiffers (46. Engels), Saftig (64. Dshabrailow), Weidenbach, de Abreu, Reintges (73. Pitkowski), Wingenbach (64. Welter), Lutz (46. Dolon), Borger

SR: Thomas Höfer (Urmitz)

Zuschauer: 80

Tore: 0:1/0:4 Borger (31./81.), 0:2 Dolon (62.), 0:3 Ternes (68., Eigentor)

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 Andernach am Sonntag, 23. August beim TuS Immendorf. Der Anpfiff erfolgt um 15 Uhr.

(mlat)




0:0 gegen Wirges – Bäckerjungen suchen noch ihre Offensivkraft

Es ist ein ungewohntes Bild, das sich nach zwei Spieltagen in der Rheinlandliga bietet. Die sonst eher für Torfestivals bekannten Bäckerjungen haben dort erst ein Tor kassiert und selbst noch keins geschossen. Auch beim 0:0 gegen die Spvgg EGC Wirges präsentierte sich die Andernacher Offensive größtenteils harmlos. „Hinten war das sehr gut. Was wir nach vorne machen, ist momentan nicht gut. Daran werden wir jetzt arbeiten, damit wir im nächsten Spiel endlich Tore schießen“, sagt Trainer Kim Kossmann.

Bei heißen Temperaturen machte zumindest die Anfangsphase noch Hoffnung auf einen aufregenden Schlagabtausch. Andernachs Torhüter Jannis Koch musste früh gegen Lasse Bieg retten (7.), auf der Gegenseite verpasste Alexis Weidenbach den möglichen Abstauber (10.). Nach einer Viertelstunde köpfte Leon Kritter nur um Zentimeter am Andernacher Tor vorbei – und vergab damit schon die letzte Großchance der gesamten Begegnung.

Der Rest: Zweikämpfe, Mittelfeld-Aktionen, viel brotlose Kunst. Bei den Bäckerjungen musste zudem bereits vor der Pause Max Blohm vom Feld, der unglücklich auf die Hand fiel und sich dabei den Arm brach. An der Andernacher Ideenarmut änderte auch die gelb-rote Karte gegen den Wirgeser Lasse Bieg wegen Foulspiels (58.) nichts. „Wir hatten viel Ballbesitz, aber waren im letzten Drittel weiterhin viel zu harmlos“, sagt Kossmann. Das Spiel trudelte so ohne weiteren nennenswerten Abschluss seinem torlosen Ende entgegen.

Es spielten: Koch, L. Schmitz, Saftig, Schiffers, Dshabrailow (86. de Abreu), Weidenbach, Engels, Wingenbach, Welter (55. Reintges), Blohm (26. Lutz, 86. Dolon), Borger (62. Lemghar)

SR: Constantin Reuber (Friesenhagen)

Zuschauer: 100

Tore: keine

Besonderheit: Gelb-rote Karte gegen Lasse Bieg (Wirges, 58.) wegen Foulspiels

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 Andernach am Mittwoch, 19. August um 19.30 Uhr. Dann gastieren die Bäckerjungen in der zweiten Runde des Rheinlandpokals beim SV Blau-Weiß Binningen.

(mlat)

Viel Aufwand, wenig Ideen. Linus Wingenbach und die SG 99 Andernach taten sich gegen Wirges schwer. Foto: René Weiss




0:1 in Mülheim-Kärlich – Bäckerjungen scheitern knapp an der großen Auftakthürde

Es war die wohl schwierigste Mischung, die sich für das erste Andernacher Rheinlandligaspiel der neuen Saison hätte ergeben können: Mülheim-Kärlich, auswärts, auf (Hybrid-)Rasen. Es ist eine Kombination, deren Bestandteile in der Vergangenheit gern gegen Bäckerjungen-Punkte sprachen. So war es auch am Sonntag. Vor 327 Zuschauern unterlagen die Gäste mit 0:1 (0:0).

„Klar sind wir enttäuscht. Aber wir können uns in die Augen schauen. Wir haben alles auf dem Platz gelassen“, sagt Andernachs Trainer Kim Kossmann. Vor allem in der ersten Halbzeit sah der ein Spiel, das allenfalls etwas für Taktik- und Zweikampf-Fetischisten war. Fünf gelbe Karten, wenig Torchancen, so die Bilanz nach 45 Minuten. Erst kurz vor der Pause wurden die Hausherren gefährlich. Tizian Sauer köpfte knapp am Tor vorbei (44.), Jannis Koch im Andernacher Tor musste gegen Leonard Zerwas retten (45.+2). „Schade für die Zuschauer, dass das Spiel doch sehr von Taktik geprägt war. Keiner wollte den Fehler machen“, sagt Kossmann.

Auch die zweite Halbzeit gestaltete sich zunächst ausgeglichen und höhepunktarm. Je länger das Spiel dauerte, umso mehr ließen sich die Andernacher allerdings in die Defensive drängen. In einer ersten großen Doppelchance verpassten sowohl Tim Thielen als auch Maxim Pede die fast schon sicher geglaubte Führung (64.). Dann kam die Szene, über die sich Kossmann am Ende ärgern durfte. Ein einziges Mal kombinierten sich die Andernacher schön durch die Mülheimer Hintermannschaft. Filip Reintges legte auf den eingewechselten Linus Wingenbach ab, der das 0:1 nur knapp verpasste (74.). „Wenn wir unsere Chance nutzen, kann es natürlich anders laufen.“

Besser machte es auf der Gegenseite Martin Jacobs, der nach 81 Minuten völlig freistehend zum Tor des Tages einköpfte. Ein Andernacher Aufbäumen blieb aus. Stattdessen kam Mülheim-Kärlich einem möglichen zweiten Treffer noch mehrfach nahe. Koch rettete in einer Aktion zwei Mal stark gegen Tim Thielen und Yannis Niclas Semmler (85.), Torschütze Jacobs verfehlte in der Nachspielzeit völlig freistehend das Tor (90.+1). „Das 1:0 entspricht dem Spielverlauf. Mülheim-Kärlich war heute ein Tor besser als wir“, sagt Kossmann.

Es spielten: Koch, P. Schmitz (86. de Abreu), L. Schmitz, Groß (45.+1 Schiffers), Engels, Weidenbach, Reintges, Dudkiewicz (65. Saftig), Welter (60. Wingenbach), Blohm (46. Pitkowski), Borger

SR: Nicolas Prinz (Trier)

Zuschauer: 327

Tor: 1:0 Jacobs (81.)

Besonderheit: Gelb-rote Karte gegen den ausgewechselten Philipp Schmitz (Andernach) wegen Meckerns (90.+2)

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 am Samstag, 15. August gegen die Spvgg. EGC Wirges. Der Anpfiff auf dem Andernacher Kunstrasen erfolgt um 14 Uhr.

(mlat)




Interview mit Kim Kossmann: „Unsere letzten Wochen haben geholfen. Die haben auch außerhalb Andernachs Eindruck hinterlassen“

Kim, ihr habt gerade die beste Saison seit dem Aufstieg vor elf Jahren gespielt, seid Rheinlandliga-Fünfter geworden. Was hat euch so stark gemacht?

Kim Kossmann Dabei hatten wir nach sieben Spieltagen sogar nur vier Punkte. Danach haben wir den Turnaround geschafft. Viele Schlüsselspieler waren sehr gut drauf, gerade in der Rückrunde. Vor allem waren wir aber ein Team. Wir hatten eine unfassbar hohe Trainingsbeteiligung, gute Stimmung und konnten ohne Druck Fußball spielen. Am Ende der Saison war uns oft klar, dass wir gewinnen werden.

Ihr wart zuletzt in einem richtigen Rausch. Kam die Sommerpause jetzt ungelegen?

Kossmann Wir sind froh, durchatmen konnten. Rein sportlich hätte es ruhig weitergehen können. Aber wir werden uns gut vorbereiten und versuchen, da wieder hinzukommen. Unser Kader ist sogar noch einmal deutlich besser und breiter aufgestellt.

In den vergangenen Jahren haben sich bei euch oft richtig starke Phase mit längeren Schwächeperioden abgewechselt. Das war abgesehen vom Saisonstart dieses Mal nicht so. Ist die Mannschaft reifer geworden?

Kossmann Erstmal gehört viel Glück dazu, dann aber auch der Kopf. Die jüngeren Spieler sind wieder ein Jahr älter geworden, haben es durch die Bank gut gemacht. Dann tut uns Alexis Weidenbach unfassbar gut. Wenn er spielt wie in der Rückrunde, ist er unser Kopf auf dem Platz. Auch unser Sturm mit Gian Luca Dolon und Mike Borger war am Ende wieder richtig gut drauf.

Es wird im Sommer ein paar Abgänge geben, das Grundgerüst der Mannschaft bleibt aber zusammen. War das schwer?

Kossmann Nein. Es gab die ein oder anderen Angebote aus der Oberliga oder von Vereinen, bei denen deutlich mehr Geld fließt. Aber wir sind ein Team, in dem andere Dinge im Vordergrund stehen: Gemeinschaft, Zusammenhalt. Jeder Spieler hat sich hier weiterentwickelt. Deswegen war es für die Jungs dann doch recht einfach, die Gespräche dauerten teilweise nur 20 Sekunden. Sie sind gern hier, identifizieren sich mit Andernach. Es wäre schön, wenn das von mehr Zuschauern honoriert wird und viele bekannte Gesichter wieder regelmäßig zum Sportplatz kommen.

Mit Leo Welter, Nikolas Groß, Philipp Pitkowski und Elias Dudkiewicz stehen die vier externen Zugänge auch bereits fest. Was war die Idee dahinter?

Kossmann Nikolas Groß ist ein Linksfuß, der schon in der Jugend in Andernach gespielt hat und mir in Mendig richtig gut gefallen hat. Leo Welter wollte ich vor zwei Jahren bereits holen. Ein super Fußballer. Philipp Pitkowski hat 14 Tore bei einem Absteiger geschossen. Elias Dudkiewicz hat sich dann noch zufällig ergeben. Er war jetzt länger krank und ihn wollen wir wieder zu alter Stärke zurückführen. Ich freue mich auf alle vier. Das gibt einen super Konkurrenzkampf, den wir brauchen. Unsere letzten Wochen haben geholfen. Die haben auch außerhalb Andernachs Eindruck hinterlassen.

Woran willst du in der Vorbereitung besonders arbeiten? Was soll noch besser funktionieren?

Kossmann Körperlich haben die Jungs nicht viel verloren. Die haben zum Teil einfach weitergekickt. Wir wollen noch geschlossener auftreten, ein paar Gegentore weniger bekommen. Ansonsten war das schon echt gut. Von meinem neuen Co-Trainer-Duo mit Daniel Neunheuser und Alexis Weidenbach erwarte ich mir viel. Ich freue mich richtig auf die neue Saison.

Cosmos, Ahrweiler und Wittlich sind alle in der Oberliga angekommen. Die Rheinlandliga dürfte in der neuen Saison noch ausgeglichener sein. Wo siehst du dich da mit deiner Mannschaft?

Kossmann Wie wollen nochmal ein paar Punkte mehr holen. Wir sind Fünfter geworden. Wenn wir das bestätigen, ist das gut. Wenn wir einen Platz nach oben krabbeln, cool. Wenn es zwei werden, noch cooler. Wir wollen mehr erreichen, als nur die Klasse zu halten.

Es gibt zwar keinen Oberliga-Absteiger, dafür kommen aber viele alte Bekannte aus der Bezirksliga zurück. Gibt es ein Spiel, auf dass du dich besonders freust?

Kossmann Andernach gegen Mayen. Das hat von früher noch einen ganz besonderen Klang. Da Mendig leider abgestiegen ist, ist das unser großes Derby. Ich bin allgemein gespannt, wie die sechs Aufsteiger sich schlagen. Nach Schweich, Malberg oder Betzdorf zu fahren, kann unangenehm werden.

Du bist auch zweiter Vorsitzender der SG 99 Andernach. Wie blickst du auf die Situation im Gesamtverein?

Kossmann In der A-Jugend hatten wir ein schwieriges Jahr. Was Jan Engels dort nun als Trainer macht, gefällt mir aber sehr gut und mit Adam Lemghar kommt auch wieder ein Spieler hoch in die erste Mannschaft. Für die nächste Saison bin ich sehr positiv gestimmt. Generell ist die Tendenz in den Junioren-Mannschaften positiv. Von der F- bis zur B-Jugend sind wir gut aufgestellt. Wir werden auch wieder eine zweiten Herren-Mannschaft melden.

Was ist für die Vorbereitung geplant?

Kossmann Wir haben mit dem Lauftraining begonnen, am Dienstag sind wir erstmals wieder als Mannschaft auf dem Platz. Auch die Testspiele stehen bereits fest. Wir werden unter anderem auf Rot-Weiß Koblenz und den FC Karbach treffen. Vom 17. bis 19. Juli sind wir im Trainingslager in Oberwesel.

Die Fragen stellte Marc Latsch.

 




8:0 gegen Rübenach – Bäckerjungen genießen ihren Saisonabschluss

Besser hätte diese Rheinlandliga-Saison für die SG 99 Andernach kaum enden können. Beim 8:0 (1:0) gegen den FV Rübenach feierten viele alte Weggefährten das letzte Spiel von Ex-Kapitän Daniel Neunheuser, Platz fünf und den SG-Punkterekord in der Rheinlandliga. „Es war ein sehr gelungener Abend“, sagt Andernachs Trainer Kim Kossmann.

Für 20 Minuten durfte Neunheuser von Beginn an ran. Einziger kleiner Wermutstropfen: ein letztes Tor gelang ihm dabei nicht mehr. Überhaupt taten sich die Andernacher in einer offenen Partie vor der Pause noch etwas schwer. Chancen gab es auf beiden Seiten, ein Tor fiel nur einmal. Gian Luca Dolon traf nach 35 Minuten zur 1:0-Pausenführung.

„In der zweiten Halbzeit haben wir dann aufgedreht und richtig tollen Fußball gespielt“, sagt Kossmann. Die Andernacher ließen den Ball gegen überforderte Rübenacher nun schön laufen und schrauben das Ergebnis deutlich in die Höhe.

Drei Tore von Mike Borger (53., 63., 87.), ein zweiter Treffer von Dolon (51.), jeweils einmal Jan Engels (59.) und Marius Wingenbach (60.) sowie ein sehenswerter Seitfallzieher von Gafur Seker (73.) kamen zählbar hinzu. Fertig war das 8:0.

„Ich hoffe, dass wir viele der Zuschauer gestern nicht nur einmal wiedergesehen haben“, sagt Kossmann. „Die Jungs hätten es verdient, dass ihre Leistung deutlich mehr honoriert wird.“

Es spielten: Bolz, P. Schmitz, Herbst (27. Saftig), Drinor Demiraj, Drilon Demiraj, Weidenbach, Engels (78. Kryeziu), Reintges, M. Wingenbach (65. Blohm), Neunheuser (20. Borger), Dolon (65. Seker)

SR: Alexander Müller (Mendig)

Zuschauer: 140

Tore: 1:0/2:0 Dolon (35./51.), 3:0/6:0/8:0 Borger (53./63./87.), 4:0 Engels (59.), 5:0 M. Wingenbach (60.), 7:0 Seker (73.).

(mlat)




3:1 in Wirges – Bäckerjungen siegen einfach weiter

Auf der Zielgeraden der Rheinlandliga schießt sich die SG 99 Andernach noch einmal richtig in Saison-Spätform. Das 3:1 (2:1) bei der Spvgg EGC Wirges war bereits der fünfte Bäckerjungen-Sieg in Folge. „Es war ein offener Schlagabtausch mit vielen Torchancen bei uns und bei denen“, sagt Trainer Kim Kossmann. „Wir haben es gut gemacht und nicht unverdient gewonnen.“

Den besseren Start zweier offensivstarker Mannschaften erwischten auf dem Wirgeser Kunstrasen zunächst die Gastgeber. Ronald Kröber traf nach einem langen Einwurf zum frühen 1:0 (2.). Doch nur zwei Minuten später erzielte Jan Engels nach schönem Dribbling bereits den schnellen 1:1-Ausgleich. Nach 14 Minuten und einem frühen Ballgewinn von Gian Luca Dolon zum 1:2 war die Partie dann schon wieder gedreht.

Es blieb auch bei Andernacher Führung ein spannendes Spiel mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten. Für die Vorentscheidung sorgte schließlich Linus Wingenbach mit seinem Treffer zum 1:3 (82.). „Linus hat an dem Tag ein Riesen-Spiel gemacht und sich mit dem Tor belohnt“, sagt Kossmann.

Es spielten: Koch, P. Schmitz, Dshabrailow (87. de Abreu), Weidenbach, Drinor Demiraj (65. Saftig), Drilon Demiraj, L. Wingenbach (87. Seker), Engels, Reintges, Dolon (75. M. Wingenbach), Borger (87. Blohm)

SR: Constantin Reuber (Freudenberg)

Zuschauer: 141

Tore: 1:0 Kröber (2.), 1:1 Engels (4.), 1:2 Dolon (14.), 1:3 L. Wingenbach (82.)

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 am Freitag, 22. Mai um 19.30 Uhr. Dann gastiert der FV Rübenach zum Abschluss der Rheinlandliga-Saion auf dem Andernacher Kunstrasen.

(mlat)