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DFB-Pokal: SG 99 schlägt Gütersloh im Achtelfinale deutlich mit 6:1

Das Viertelfinale im DFB-Pokal der Frauen am 20./21. März 2021 kann gerne kommen: Mit einem erstaunlich souveränen und auch begeisternden 6:1 (3:1) im Geisterspiel gegen den klassengleichen FSV Gütersloh zog die SG 99 Andernach in die Runde der letzten acht Mannschaften ein. Dort warten mit ziemlicher Sicherheit nur noch Bundesligisten als Gegner: VfL Wolfsburg, TSG Hoffenheim, SC Freiburg und Eintracht Frankfurt sind bereits qualifiziert, hinzu kommen die Sieger der noch offenen Spiele zwischen Turbine Potsdam und dem SC Sand sowie Werder Bremen und dem SV Meppen. Der letzte dann noch freie Platz wird wohl an den FC Bayern München gehen, der sich mit dem Sieger des Spiels der beiden Regionalligisten TV Jahn Delmenhorst und Walddörfer SV (am 13. Dezember) messen muss. Einen Termin für die Auslosung des Viertelfinales gibt es noch nicht.

Das Duell der beiden Zweitliga-Zweiten auf dem Kunstrasenplatz im Andernacher Stadion mutierte schon früh zu einer einseitigen Angelegenheit. Bereits nach 26 Minuten lagen die gastgebenden Bäckermädchen komfortabel mit 3:0 in Führung. Der FSV half beim ersten Treffer des Nachmittags kräftig mit, eine scharfe Hereingabe stolperte Demi Victoria Pagel nach einer Kollision mit Torhüterin Isabell Mischke ins eigene Netz (3.). Der Bann war somit früh zugunsten des Gastgebers gebrochen, ähnlich wie in der Runde zuvor gegen den 1. FC Saarbrücken. Die agile Antonia Hornberg erhöhte mit Schrägschuss schnell auf 2:0 (12.), die abermals starke Vanessa Zilligen stellte nach Doppelpass mit Maren Weingarz gar auf 3:0 (26.). Und Gütersloh? Es keimte ein Hoffnungsfunken auf für die Ostwestfälinnen, als Paula Berning in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das Ergebnis etwas angenehmer gestaltete.

Wer aber glaubte, der Bezwinger des Vorjahresfinalisten SGS Essen käme nun nach der Pause mehr und mehr in Fahrt, sah sich schnell getäuscht. Hornberg mit ihrem zweiten Erfolgserlebnis (54.)  desillusionierte hoffnungsfrohe Gäste, die SG 99 stieß mit dem neuerlichen Drei-Tore-Vorsprung im Rücken nur noch auf überschaubaren Widerstand. Kathrin Schermuly (76.) und Nachwuchstalent Laura Weißenfels (87.) schraubten das Resultat in eine kaum für möglich gehaltene Höhe. Das dickste Lob für die SG 99 kam nach der Partie aus dem Mund von Gästetrainer Steffen Enge: „Ein verdienter Sieg, das hat Andernach richtig stark gemacht. Sie haben uns fair den Schneid abgekauft und uns mit variablem Umschaltspiel immer wieder vor Probleme gestellt.“

Seine Andernacher Kollegin Isabelle Hawel sagte: „Dass wir derzeit so viele Tore schießen, ist kein Zufall, auch im Training trifft jede mal.“ Sie zeichnet die positive Entwicklung der jüngeren Vergangenheit nach: „Die Mannschaft ist in ihrem Kern schon eine Weile so zusammen, wir haben uns Jahr für Jahr gezielt verstärkt.“ Florian Stein, als Trainer mit ihr im Verbund zuständig fürs Team, ergänzt: „Hier entsteht etwas. Wir wollen der Leuchtturmverein für den Frauenfußball im Rheinland sein.“ Doch jetzt ist erst mal wieder Ausruhen angesagt. „Das 6:1 nehmen wir mit unter den Weihnachtsbaum“, so Stein. Die Erinnerung an den Sieg hilft der SG 99 vielleicht etwas über die Tristesse der fußballlosen Zeit hinweg. Gut möglich aber, dass die Bäckermädchen schon im Januar mit neuerlicher Ausnahmegenehmigung in Vorbereitung aufs Pokal-Viertelfinale wieder trainieren dürfen.

Ständiger Unruheherd im Gütersloher Strafraum: Antonia Hornberg (am Ball) – hier im Duell mit FSV-Kapitänin Melanie Schuster – traf im DFB-Pokalspiel gleich zweimal für die Bäckermädchen ins Schwarze. Fotos: Norbert. J. Becker

Zweitliga-Spieltage im Dezember abgesetzt

Was im Prinzip bereits seit der virtuellen Managertagung der 18 betroffenen Vereine klar war, hat der DFB per Rundschreiben nun offiziell bestätigt: Die beiden noch offenen Spieltage der 2. Frauen-Bundesliga Nord und Süd, vorgesehen am 13. und 20. Dezember, wurden abgesetzt. Damit beginnt auch hier die vorgezogene Winterpause.

Die SG 99 Andernach kann es verschmerzen, für sie entfällt somit nur die geplante Partie gegen Eintracht Frankfurt II, weil sie am finalen Spieltag des Jahres aufgrund der ungeraden Teamzahl in der Südstaffel gar nicht hätte antreten müssen. Der DFB präsentierte bereits drei Szenarien mit Blick auf den möglichen Wiederbeginn 2021. Im günstigsten Fall startet die 2. Bundesliga dabei am 7. Februar mit Nachholspielen, im schlechtesten am 28. März (gespickt mit englischen Wochen). Die Punkterunde endet im Fall „grün“ wie ursprünglich geplant am 23. Mai, im Fall „rot“ am 13. Juni. Im Anschluss folgen noch die notwendigen Relegations- und Aufstiegsspiele.