Frauen-Regionalliga: In 26 Spielen stand nur einmal die Null bei der SG 99 vorne – in Siegelbach

In 22 Spielen der Regionalliga Südwest und vier Rheinlandpokal-Partien haben die Fußballerinnen der SG 99 Andernach in Summe stattliche 109 Treffer erzielt. Nur in einer einzigen dieser 26 Begegnungen blieben sie ohne zählbaren Erfolg in der Offensive: beim 0:0 am 21. Oktober auf dem Rasenplatz des SC Siegelbach. Am Sonntag um 13 Uhr steht in Andernach auf dem Stadion-Kunstrasen das Rückspiel auf dem Programm, dann wollen es die Bäckermädchen besser machen. 5:0, 7:1, 4:0, 3:0 – der Spitzenreiter und designierte Meister hat in den vier vergangenen Wochen nachhaltig demonstriert, wo seine Stärken liegen. Bleibt nur die Frage, wie die SG 99 taktisch gegen eine Siegelbacher Mannschaft vorgeht, die als Elfter des Zahlenwerks einerseits unbedingt Punkte im Abstiegskampf benötigt, andererseits aber auch dem Tabellenführer nicht ins offene Messer laufen will.

„Das ist eine abwehr- und kampfstarke Mannschaft“, zollt der Andernacher Trainer Kappy Stümper dem kommenden Gegner gebührenden Respekt: „Ich bin schon verwundert, dass Siegelbach so weit unten stehen.“ Gelingt der angestrebte Sieg, dann kann der Gastgeber im nächsten Heimspiel am 28. April gegen den Tabellenzweiten TSV Schott Mainz schon mit einem Unentschieden die Meisterschaft feiern, sofern der Verfolger bis dahin gegen den FC Speyer und im Nachholspiel gegen den FC Bitburg am Ostermontag nicht unverhofft etwas liegen lässt. Da drückt die Andernacher Spielertrainerin Isabelle Stümper den Mainzerinnen paradoxerweise die Daumen: „Es wäre ja sicher schöner für uns, wenn wir aus eigener Kraft und bei einem Heimspiel vor eigenem Publikum den Titel holen würden.“ Personell kann der Gastgeber am Sonntag gegen die Gäste aus der Nähe Kaiserslauterns auf Bewährtes vertrauen, auch Innenverteidigerin Karla Engels war in dieser Woche nach ihrer im Spiel gegen Bitburg erlittenen Oberschenkelzerrung wieder im Training. Lediglich hinter dem Einsatz der angeschlagenen Lisa Umbach, mit elf Liga-Toren zweitbeste Schützin im Team nach Antonia Hornberg, steht ein Fragezeichen.

An Ostern pausiert die Liga, dann steht für die SG 99 am Samstag um 15 Uhr das Rheinlandpokal-Halbfinale beim SC 13 Bad Neuenahr auf dem Programm. Nach 2016 und 2017 möchten die Bäckermädchen diesen Wettbewerb natürlich nur allzu gerne ein drittes Mal gewinnen. Das ist aber für Andernach nicht zwingend notwendig, um am 3. oder 4. August in der neuen Saison an der ersten Runde im DFB-Pokal teilnehmen zu dürfen. Dafür ist schon der Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga ausreichend, wie Pia Hess-Bolkovac, beim DFB als Teamleiterin zuständig für den Spielbetrieb der Frauen, auf entsprechende Anfrage bereits bestätigt hat.

Kein Durchkommen: Beim 0:0 im Hinspiel bissen sich Spielertrainerin Isabelle Stümper (mit der 7 auf der Hose) und ihre SG 99 am SC Siegelbach die Zähne aus. Keine Frage, dass das diesmal nach Möglichkeit anders laufen soll. Foto: Norbert J. Becker