Pokal-Aus statt Pokalkracher – SG 99 scheitert in Oberwinter

Der Traum vom Pokalkracher gegen TuS Koblenz ist für die SG 99 Andernach zerplatzt. Und nach 98 zerfahrenen Minuten in Oberwinter bleibt festzuhalten: Leider zurecht. „Ich bin richtig enttäuscht“, sagte Trainer Kim Kossmann nach dem 1:2 (0:0) in der zweiten Runde des Rheinlandpokals. Er haderte vor allem mit dem letzten Einsatzwillen seiner Mannschaft. „Wenn wir nicht an unsere 100 Prozent kommen, gewinnen wir auch nicht gegen einen Bezirksligisten.“
Die Andernacher schienen beim Tabellensiebten der Bezirksliga Mitte nie vollkommen ins Spiel zu finden. Schon in den ersten 45 Minuten wirkte Oberwinter etwas spritziger, zeigte etwas mehr den unbedingten Willen, an diesem Abend in die dritte Pokalrunde einzuziehen. Wirklich schön herausgespielte Torchancen waren dabei auf beiden Seiten selten. Für Andernach köpfte Tim Hoffmann knapp am Tor vorbei (17.) und Ole Conrad scheiterte am herauslaufenden Oberwinterer Keeper Niklas Malik Fachinger (32.). Oberwinter näherte sich durch Islam Reggani (21.) und Nico Schooß (30.) zwei Mal gefährlich dem Andernacher Tor.
Schooß war es dann auch, der die Gastgeber kurz nach der Pause per Flachschuss mit 1:0 in Führung brachte (48.). Es folgten ein paar wilde Minuten, in denen Andernach anrannte und durch Alexander Unruh (50.), dessen Abschluss vor der Linie geklärt werden konnte, und einen schönen Halbdistanzschuss von Daniel Kossmann (53.) zumindest am Ausgleich schnupperte. Auf der Gegenseite hätte Reggani allerdings auch bereits freistehend auf 2:0 stellen können (52.).
Dann passierte lange Zeit nichts. Immer wieder nahm Oberwinter geschickt Zeit von der Uhr. Beide Mannschaften beschäftigten sich mehr mit Nickligkeiten und Schiedsrichterentscheidungen als mit konsequentem Offensivspiel. Das kam vor allem den Gastgebern entgegen, für die Thomas Enke eine weitere große Konterchance vergab (70.). Andernacher Angriffe kamen hingegen fast nie bis zum Strafraum, waren oft viel zu fahrig und überhastet gespielt. Mehr als eine Halbchance durch Ole Conrad (72.) sprang zunächst nicht mehr heraus. Erst als das Pokalaus nach dem 2:0 durch Enke (90.), wieder einem einfach herausgespielten Konter, quasi feststand, gab es in der am Ende rund achtminütigen Nachspielzeit noch einmal sowas wie Andernacher Offensivbemühungen. Tom Tiede sorgte mit einer kunstvoll hereingezirkelten Ecke noch für das 2:1 (90.+6). Mehr als Ergebniskosmetik war das am Ende allerdings nicht mehr.
Vielleicht sei seine Mannschaft schon zu sehr mit den Gedanken in der nächsten Runde gegen Koblenz gewesen, mutmaßte Kossmann nach Spielende. Statt nach Andernach wird der Ex-Zweitligist nun im Oktober nach Oberwinter reisen.
Es spielten: Koch, Schmitz, Hoffmann, Wilbert (46. Heider), Unruh, Hild, Lutz (60. Tiede), Weber, Conrad, Kossmann (79. Oster), Oligschläger (53. Reintges)
SR: Robert Depken (Koblenz)
Zuschauer: 100
Tore: 1:0 Schooß (48.), 2:0 Enke (90.), 2:1 Tiede (90.+6)
Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 Andernach am Samstag, 10. September um 15.30 Uhr. Dann gastieren die Bäckerjungen beim FC Hochwald Zerf.
(mlat)

Andernachs Keeper Jannis Koch streckt sich beim 0:1 vergeblich. Foto: René Weiss




Freiburg. Neuzugang Carolin Schraa schnürte nach Vorarbeit von Julia Schermuly und Lisa Umbach einen Doppelpack (34., 75.) für den Vorjahresvierten, ein weiterer Treffer wurde der vom 1. FC Köln gekommenen Angreiferin wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt. Zwischenzeitlich traf Kathrin Schermuly nach Umbach-Ecke per Kopf zum 2:0 (50.). Die nie aufsteckenden Breisgauerinnen schaffte durch Nora Scherer (88.) den späten Ehrentreffer. Florian Stein, rundum zufriedener Trainer der gastgebenden Bäckermädchen, ordnete den Sieg wie folgt ein: „Die erste Hälfte war ausgeglichen, in der zweiten haben wir dominiert. Ich wäre gerne ohne Gegentor geblieben. Freiburg hat seine Sache als Aufsteiger gut gemacht. Nach der knappen Führung zur Pause wollten wir die Ordnung beibehalten. Das ist uns auch bis zur 88. Minute gelungen.“ In der Liga geht es erst am 18. September mit dem Auswärtsspiel beim FC Bayern München II (3:0-Sieger gegen den 1. FC Köln II) weiter. Eine Woche zuvor steht die zweite DFB-Pokalrunde auf dem Programm. Kurios: Andernach muss dann wieder gegen Freiburg ran, diesmal aber gegen das von Theresa Merk trainierte Bundesliga-Ensemble (Sonntag, 11. September, 14 Uhr).








