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Kinder- und Jugendschutzkonzept

Ansprechpartner/in der SG 99 Andernach

Mädchen:
Katharina Sternitzke (0175 55 59 83): katharina.sternitzke@sg99-andernach.de

Jungen:
Yannik Velthaus (0157 559 121 67): yannik.velthaus@sg99-andernach.de

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  1. Selbstverständnis und Verantwortung der SG 99 Andernach
  2. Geltungsbereich und Zielgruppen
  3. Rechtliche und fachliche Grundlagen
  4. Haltung, Leitbild und Ziele des Kinder- und Jugendschutzes
  5. Formen von Grenzverletzungen, Gewalt und Machtmissbrauch
  6. Risikoanalyse im Vereinsalltag der SG 99 Andernach
  7. Prävention als gelebter Bestandteil des Vereinslebens
  8. Verhaltenskodex und konkrete Regeln für den Vereinsalltag
  9. Personalauswahl, Qualifizierung und Verantwortungsträger
  10. Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern
  11. Beschwerdewege und interne Meldeverfahren
  12. Intervention bei Verdachtsfällen und Krisen
  13. Schutz auf Fahrten, Turnieren und bei Übernachtungen
  14. Digitale Kommunikation, Medien und Datenschutz
  15. Ansprechpersonen für Kinder- und Jugendschutz
  16. Umsetzung, Überprüfung und Weiterentwicklung des Konzepts

1.  Selbstverständnis und Verantwortung der SG 99 Andernach

Wir, die SG 99 Andernach, verstehen uns als Fußballverein, der nicht nur sportliche Leistung ermöglicht, sondern auch soziale Verantwortung übernimmt. Kinder und Jugendliche verbringen einen bedeutenden Teil ihrer Freizeit in unserem Verein. Sie trainieren, spielen, reisen gemeinsam, erleben Erfolge und Enttäuschungen und bauen Beziehungen auf. Damit ist der Verein für viele junge Menschen ein wichtiger Lebensort außerhalb von Familie und Schule.

Aus diesem Selbstverständnis heraus übernehmen wir Verantwortung für das körperliche, seelische und soziale Wohl aller Kinder und Jugendlichen, die uns anvertraut sind. Kinder- und Jugendschutz ist für uns kein Randthema und keine Reaktion auf Einzelfälle, sondern ein fester Bestandteil unserer Vereinsidentität. Wir wollen sichere Strukturen schaffen, in denen sich Kinder und Jugendliche geschützt entwickeln können und Erwachsene Klarheit über ihre Rolle und Verantwortung haben.

Dieses Kinder- und Jugendschutzkonzept ist Ausdruck dieser Verantwortung. Es beschreibt verbindlich, wie wir Schutz gewährleisten, Risiken minimieren, Grenzverletzungen vorbeugen und im Ernstfall handeln.

2. Geltungsbereich und Zielgruppen

Dieses Kinder- und Jugendschutzkonzept gilt für alle Bereiche der SG 99 Andernach. Es betrifft alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Leistungsstand oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten Mannschaft.

Ebenso richtet es sich an alle Personen, die im Verein Verantwortung tragen oder Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben. Dazu zählen Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer, Jugendleitungen, Abteilungsleitungen, der Vorstand, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sowie alle weiteren Personen, die im Auftrag oder im Rahmen des Vereins tätig sind.

Das Konzept gilt in allen Situationen des Vereinslebens. Dazu gehören Trainings- und Spielbetrieb, Umkleiden und Sanitärbereiche, Vereinsheim und Sportanlagen, Turniere, Fahrten, Trainingslager, Vereinsveranstaltungen sowie digitale Räume, die im Zusammenhang mit der Vereinsarbeit genutzt werden.

3. Rechtliche und fachliche Grundlagen

Die SG 99 Andernach orientiert sich bei der Ausgestaltung ihres Kinder- und Jugendschutzkonzepts an den fachlichen Standards des organisierten Sports. Grundlage sind insbesondere die Handlungsleitfäden und Broschüren des Deutschen Fußball Bundes, die Richtlinien im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die Merkblätter zur Erstellung von Kinderschutzkonzepten, das Workbook „Gemeinsam sicher im Sport“ des Landessportbundes sowie der Safe Sport Handlungsleitfaden.

Darüber hinaus berücksichtigen wir die Grundsätze des Kinder- und Jugendschutzes nach dem Sozialgesetzbuch, die UN – Kinderrechtskonvention sowie die allgemeinen Schutz- und Fürsorgepflichten von Vereinen.

Diese Grundlagen machen deutlich, dass Vereine verpflichtet sind, präventiv tätig zu werden, Risiken zu erkennen und handlungsfähig zu sein. Ein Schutzkonzept dient nicht nur dem Schutz von Kindern und Jugendlichen, sondern auch der Absicherung der handelnden Personen und des Vereins insgesamt.

4. Haltung, Leitbild und Ziele des Kinder- und Jugendschutzes

Unsere Haltung ist eindeutig. Wir dulden keine Form von Gewalt, Grenzverletzung, Machtmissbrauch oder Diskriminierung. Wir treten für einen respektvollen, wertschätzenden und verantwortungsvollen Umgang miteinander ein.

Unsere Ziele sind es, Kinder und Jugendliche zu schützen, sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen einen sicheren Raum zur sportlichen und sozialen Entwicklung zu bieten. Gleichzeitig wollen wir Trainerinnen, Trainer und alle Verantwortlichen entlasten, indem wir klare Regeln, Zuständigkeiten und Abläufe festlegen.

Prävention bedeutet für uns, aufmerksam zu sein, Risiken bewusst zu machen und Strukturen zu schaffen, die Sicherheit bieten. Intervention bedeutet für uns, im Verdachtsfall besonnen, fachlich korrekt und im besten Interesse der betroffenen Person zu handeln.

5. Formen von Grenzverletzungen, Gewalt und Machtmissbrauch

Grenzverletzungen können viele Formen annehmen und sind nicht immer eindeutig erkennbar. Sie können verbal, körperlich, psychisch oder sexualisiert sein. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht der handelnden Person, sondern die Wirkung auf die betroffene Person.

Im Vereinskontext können Grenzverletzungen beispielsweise durch abwertende Sprache, Bloßstellung, unangemessenen körperlichen Kontakt, sexualisierte Bemerkungen oder durch Druck und Abhängigkeiten entstehen. Auch Gewalt unter Gleichaltrigen, etwa Mobbing in der Kabine oder in digitalen Gruppen, fällt unter diesen Begriff.

Machtmissbrauch entsteht dort, wo Rollen und Abhängigkeiten ausgenutzt werden. Im Fußball kann dies durch Spielzeitentscheidungen, Kaderzugehörigkeit, Sonderbehandlung oder emotionale Nähe geschehen. Diese Mechanismen machen deutlich, warum klare Regeln und Sensibilität notwendig sind.

6. Risikoanalyse im Vereinsalltag der SG 99 Andernach

Die Risikoanalyse ist ein zentraler Bestandteil unseres Kinder- und Jugendschutzkonzepts. Gerade bei der Größe und Struktur der SG 99 Andernach ist es notwendig, mögliche Gefährdungssituationen differenziert zu betrachten. Unser Verein ist geprägt durch einen umfangreichen Trainings- und Spielbetrieb, viele gleichzeitig anwesende Mannschaften, unterschiedliche Altersgruppen sowie die parallele Nutzung von Sportflächen und Vereinsräumlichkeiten durch Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Ziel der Risikoanalyse ist es nicht, Misstrauen zu erzeugen, sondern typische Situationen zu erkennen, in denen Grenzen unbeabsichtigt überschritten werden können oder Schutzbedarfe entstehen. Nur wenn diese Situationen klar benannt werden, können wir sie bewusst und sicher gestalten.

Ein wesentlicher Risikobereich ergibt sich aus dem gleichzeitigen Trainingsbetrieb mehrerer Mannschaften. Es ist bei der SG 99 Andernach üblich, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene parallel trainieren. Dabei nutzen Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer dieselben Sportanlagen und Vereinsräumlichkeiten. Diese räumliche Nähe erfordert klare Strukturen, insbesondere im Hinblick auf Aufsicht, Zuständigkeiten und den Schutz der Intimsphäre.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Umkleiden und Sanitärbereichen. Wenn mehrere Mannschaften zeitgleich anwesend sind, kann es zu Überschneidungen kommen, etwa durch verspätetes Verlassen der Kabinen oder frühzeitiges Betreten durch nachfolgende Teams. Dies betrifft insbesondere Situationen, in denen Kinder und Jugendliche auf erwachsene Mannschaften treffen oder umgekehrt. Umkleiden sind Schutzräume, in denen ein hohes Maß an Sensibilität notwendig ist. Unklare Zuständigkeiten, Zeitdruck oder fehlende Absprachen erhöhen hier das Risiko von Grenzverletzungen oder unangenehmen Situationen. Um diesen Risiken gezielt vorzubeugen, hat die SG 99 Andernach eine klare organisatorische Lösung für den Trainings- und Spielbetrieb etabliert. Der Verein verfügt über zwei räumlich getrennte Vereinsgebäude: ein modernes Vereinsgebäude direkt am Rasenplatz sowie ein weiteres Vereinsgebäude in unmittelbarer Nähe des benachbarten Schwimmbads. Bei zeitgleichen Trainingseinheiten oder Spielen von Mädchen- und Jungenmannschaften wird eine konsequente räumliche Trennung der Umkleide- und Sanitärbereiche vorgenommen. Mädchenmannschaften nutzen in diesen Fällen ausschließlich die Räumlichkeiten des Vereinsgebäudes am Schwimmbad, während Jungenmannschaften die Umkleiden im Vereinsgebäude am Rasenplatz verwenden. Diese Regelung dient dem Schutz der Intimsphäre aller Beteiligten, verhindert Überschneidungen beim Umziehen oder Duschen und stellt eine wirksame präventive Maßnahme im laufenden Vereinsbetrieb dar. Die getroffene Lösung hat sich in der Praxis bewährt und wird verbindlich umgesetzt.

Ein weiterer relevanter Risikobereich ist die gemeinsame Nutzung von Vereinsräumen, wie Fluren, Aufenthaltsbereichen oder dem Vereinsheim. Gerade in Randzeiten des Trainingsbetriebs halten sich dort Personen unterschiedlicher Altersgruppen gleichzeitig auf. Ohne klare Regeln und Aufmerksamkeit können hier Situationen entstehen, in denen Kinder und Jugendliche unbeabsichtigt mit unangemessener Sprache, Verhalten oder Nähe konfrontiert werden.

Auch der Sportplatz selbst stellt einen Risikobereich dar, insbesondere bei unübersichtlichen Trainingssituationen. Wenn viele Personen gleichzeitig anwesend sind, kann Aufsicht erschwert werden. Kinder und Jugendliche können sich unbeobachtet entfernen, Konflikte unter Gleichaltrigen können unbemerkt eskalieren, oder Erwachsene fühlen sich nicht eindeutig zuständig. Gerade bei offenen Übergängen zwischen Trainingszeiten oder bei Spielen mehrerer Teams ist es wichtig, dass Verantwortlichkeiten klar geregelt sind.

Ein nicht zu unterschätzender Risikobereich sind Einzeltrainings, Fördermaßnahmen und Einzelgespräche. Diese sind sportlich sinnvoll und oft notwendig, etwa im Torwarttraining oder bei individuellen Gesprächen. Risiken entstehen jedoch dann, wenn diese Situationen in abgeschotteten Räumen oder ohne Transparenz stattfinden. In einem großen Verein mit vielen Trainingsorten kann leicht der Überblick verloren gehen, wer sich wann mit welchem Kind oder Jugendlichen wo aufhält.

Ein weiterer sensibler Bereich sind Fahrten, Turniere und Trainingslager. Hier verbringen Kinder und Jugendliche längere Zeit außerhalb des gewohnten Umfelds. Nähe entsteht schneller, Routinen verändern sich, Aufsichtssituationen wechseln. Risiken ergeben sich unter anderem bei der Zimmeraufteilung, in Abend und Nachtsituationen, bei der Nutzung fremder Umkleiden oder bei emotional belastenden Situationen wie Heimweh oder Konflikten innerhalb der Gruppe. Auch hier ist die gleichzeitige Betreuung unterschiedlicher Altersgruppen ein zusätzlicher Risikofaktor.

Auch die digitale Kommunikation stellt einen eigenständigen Risikobereich dar. Mannschaftsgruppen, Messenger Dienste und soziale Medien werden häufig genutzt, um Trainingszeiten oder organisatorische Informationen weiterzugeben. Risiken entstehen, wenn private Einzelchats entstehen, Grenzen zwischen beruflicher und privater Kommunikation verschwimmen oder Inhalte geteilt werden, die für einzelne Kinder oder Jugendliche beschämend oder überfordernd sind. Gerade in einem großen Verein mit vielen Teams und Verantwortlichen ist hier eine klare Regelung notwendig.

Ein weiterer Risikobereich betrifft Machtverhältnisse und Abhängigkeiten im sportlichen Kontext. Trainerinnen und Trainer treffen Entscheidungen über Spielzeiten, Kaderzugehörigkeit oder Förderung. Diese strukturelle Macht kann bewusst oder unbewusst Druck erzeugen. Kinder und Jugendliche können sich aus Angst vor sportlichen Nachteilen schwerer trauen, Grenzen zu benennen oder unangenehme Situationen anzusprechen.

Nicht zuletzt sehen wir Risiken auch im Bereich der Peer Gewalt, also Gewalt unter Kindern und Jugendlichen. Mobbing, Ausgrenzung oder sexualisierte Grenzverletzungen können insbesondere in Umkleiden, auf Fahrten oder in digitalen Gruppen auftreten. Solche Situationen bleiben oft lange unentdeckt, wenn keine klare Kultur des Hinsehens besteht.

Die SG 99 Andernach versteht diese Risikoanalyse als dynamischen Prozess. Sie wird regelmäßig überprüft, etwa bei Veränderungen im Trainingsbetrieb, bei neuen Mannschaftskonstellationen oder nach konkreten Vorfällen. Die Erkenntnisse aus der Risikoanalyse fließen direkt in unsere Präventionsmaßnahmen, Regelungen und Schulungen ein.

7. Prävention als gelebter Bestandteil des Vereinslebens

Prävention verstehen wir bei der SG 99 Andernach als kontinuierlichen und aktiven Prozess, der den gesamten Vereinsalltag durchzieht. Ziel präventiver Maßnahmen ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, Schutzräume zu schaffen und Handlungssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten. Prävention bedeutet für uns nicht Kontrolle oder Misstrauen, sondern Klarheit, Transparenz und Verantwortung.

Ein zentraler präventiver Ansatz ist die bewusste Gestaltung des Trainings und Spielbetriebs. Bei parallel stattfindenden Trainingseinheiten mehrerer Mannschaften achten wir darauf, dass Zuständigkeiten klar geregelt sind. Jede Mannschaft hat feste verantwortliche Personen, die während der gesamten Trainingszeit ansprechbar und präsent sind. Übergänge zwischen Trainingszeiten werden bewusst gestaltet, sodass keine unbeaufsichtigten Zwischenzeiten entstehen, in denen Kinder oder Jugendliche ohne klare Ansprechperson sind.

Besondere Bedeutung kommt der Organisation von Umkleiden und Sanitärbereichen zu. Umkleiden verstehen wir als geschützte Rückzugsräume. Trainerinnen und Trainer betreten Umkleiden grundsätzlich nur dann, wenn es notwendig ist, etwa aus Gründen der Aufsicht oder bei einem akuten Vorfall, und kündigen dies vorher an. Zeitliche Überschneidungen zwischen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenmannschaften werden möglichst vermieden oder klar geregelt. Wo eine gemeinsame Nutzung von Räumen unvermeidbar ist, sorgen wir durch klare Absprachen, Aufsicht und Sensibilität dafür, dass die Intimsphäre aller Beteiligten gewahrt bleibt.

Auch die gemeinsame Nutzung von Vereinsräumen wie Fluren, Aufenthaltsbereichen oder dem Vereinsheim wird bewusst begleitet. Wir achten darauf, dass Kinder und Jugendliche sich dort sicher bewegen können und nicht mit unangemessener Sprache, Verhalten oder Situationen konfrontiert werden. Verantwortliche im Verein sind angehalten, aufmerksam zu sein und bei Bedarf einzugreifen oder Situationen zu klären.

Ein weiterer wichtiger präventiver Baustein ist die Transparenz bei Einzelkontakten. Einzeltrainings, Fördermaßnahmen oder persönliche Gespräche sind ein sinnvoller Bestandteil sportlicher Entwicklung. Gleichzeitig stellen sie erhöhte Anforderungen an Transparenz und Verantwortungsbewusstsein. Bei der SG 99 Andernach finden solche Situationen nachvollziehbar statt, etwa an einsehbaren Orten oder in Räumen mit offener Tür. Abgeschottete oder intransparente Situationen sollen vermieden werden. Kinder und Jugendliche sollen jederzeit wissen, dass sie sich äußern oder eine Situation beenden können.

Bei Fahrten, Turnieren und Trainingslagern greifen präventive Maßnahmen bereits in der Planung. Verantwortlichkeiten werden im Vorfeld klar benannt. Zuständigkeiten für Aufsicht, Betreuung und Organisation sind eindeutig geregelt. Kinder und Jugendliche werden über Abläufe, Regeln und Ansprechpartner informiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt Abend und Nachtsituationen, der Zimmeraufteilung sowie der Nutzung fremder Umkleiden. Erwachsene und Minderjährige übernachten grundsätzlich getrennt. Nähe wird bewusst gestaltet und stets professionell gehalten.

Auch im Bereich der digitalen Kommunikation setzen wir auf klare präventive Strukturen. Mannschaftsinterne Kommunikation erfolgt über vereinbarte Kanäle und dient ausschließlich organisatorischen oder sportlichen Zwecken. Private Einzelchats zwischen Verantwortlichen und Kindern oder Jugendlichen ohne sportlichen Anlass werden vermieden. Inhalte werden respektvoll formuliert, sensible Themen nicht in Gruppen diskutiert. Kinder und Jugendliche sollen sich auch in digitalen Räumen sicher fühlen und wissen, an wen sie sich bei Unsicherheiten wenden können.

Ein weiterer zentraler Präventionsfaktor ist der bewusste Umgang mit Macht und Verantwortung. Trainerinnen und Trainer sowie andere Verantwortliche reflektieren ihre Rolle regelmäßig. Entscheidungen über Spielzeiten, Kaderzugehörigkeit oder Förderung werden transparent kommuniziert und sportlich begründet. Wir achten darauf, dass keine Abhängigkeiten entstehen, die über das sportlich Notwendige hinausgehen. Kritik und Rückmeldungen werden sachlich vermittelt und nicht als Druckmittel eingesetzt.

Die Stärkung von Kindern und Jugendlichen ist ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Präventionsarbeit. Wir ermutigen Kinder und Jugendliche, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu äußern. Sie sollen wissen, dass ihre Gefühle ernst genommen werden und dass sie sich bei Unwohlsein oder Grenzüberschreitungen anvertrauen dürfen. Diese Haltung wird im Trainingsalltag vorgelebt und regelmäßig thematisiert.

Prävention bedeutet für uns auch, Peer Gewalt aktiv zu begegnen. Trainerinnen und Trainer achten nicht nur auf das eigene Verhalten, sondern auch auf den Umgang der Kinder und Jugendlichen untereinander. Mobbing, Ausgrenzung oder sexualisierte Grenzverletzungen unter Gleichaltrigen werden konsequent angesprochen und nicht bagatellisiert. Ziel ist es, frühzeitig zu reagieren und ein respektvolles Miteinander zu fördern.

Die SG 99 Andernach versteht Prävention als gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten. Vorstand, Jugendleitungen, Trainerinnen und Trainer sowie Ehrenamtliche tragen gemeinsam Verantwortung. Präventive Maßnahmen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst, etwa bei Veränderungen im Trainingsbetrieb, bei neuen Mannschaftskonstellationen oder bei konkreten Erfahrungen aus dem Vereinsalltag.

Prävention ist damit kein einmaliges Projekt, sondern ein dauerhaft gelebter Bestandteil unseres Vereinslebens.

8. Verhaltenskodex und konkrete Regeln für den Vereinsalltag

Der Verhaltenskodex der SG 99 Andernach beschreibt verbindlich, wie wir im täglichen Vereinsleben miteinander umgehen. Er richtet sich an alle Personen, die im Verein Verantwortung tragen oder mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Ziel des Verhaltenskodex ist es, Orientierung zu geben, Handlungssicherheit zu schaffen und ein respektvolles sowie sicheres Miteinander zu gewährleisten.

Grundlage unseres Handelns ist der respektvolle Umgang miteinander. Wir achten darauf, wie wir sprechen, wie wir Kritik äußern und wie wir mit Fehlern umgehen. Gerade im Fußball entstehen emotionale Situationen, in denen Enttäuschung, Ärger oder Leistungsdruck spürbar werden. Auch in solchen Momenten bleiben Sprache und Verhalten sachlich und wertschätzend. Beschämung, Bloßstellung oder abwertende Kommentare haben bei der SG 99 Andernach keinen Platz. Kritik erfolgt konstruktiv und bezieht sich auf Verhalten oder sportliche Situationen, niemals auf die Person selbst.

Im Trainings- und Spielbetrieb achten wir bewusst auf unsere Rolle als Vorbilder. Trainerinnen und Trainer gestalten Trainingseinheiten so, dass sie altersgerecht sind und den Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen berücksichtigen. Überforderung, Drohungen oder Strafen, die demütigend wirken oder körperlich übermäßig belasten, sind nicht Bestandteil unserer Trainingsarbeit. Disziplinarische Maßnahmen werden pädagogisch sinnvoll eingesetzt und nachvollziehbar begründet.

Ein zentraler Bestandteil des Verhaltenskodex ist der bewusste Umgang mit Nähe und Distanz. Fußball erfordert mitunter körperliche Nähe, etwa bei Korrekturen, Hilfe bei Verletzungen oder im emotionalen Moment des Trostes. Körperkontakt erfolgt bei der SG 99 Andernach nur dann, wenn er sportlich notwendig oder fürsorglich angemessen ist. Dabei achten wir stets auf das Einverständnis der Kinder und Jugendlichen und beobachten ihre Reaktion aufmerksam. Situationen, in denen sich Kinder oder Jugendliche unwohl fühlen könnten, werden vermieden oder sofort beendet.

Einzelgespräche und Einzeltrainings sind im Vereinsalltag üblich und häufig sinnvoll. Gleichzeitig erfordern sie besondere Sensibilität. Bei der SG 99 Andernach finden solche Situationen transparent statt. Gespräche werden an einsehbaren Orten geführt oder in Räumen, die nicht vollständig abgeschottet sind. Abhängigkeiten oder geheime Absprachen werden bewusst vermieden. Kinder und Jugendliche sollen jederzeit wissen, dass sie ein Gespräch beenden oder eine weitere Person hinzuziehen dürfen.

Umkleiden und Sanitärbereiche sind für uns geschützte Rückzugsräume. Der Verhaltenskodex sieht vor, dass Trainerinnen und Trainer diese Bereiche grundsätzlich nicht betreten, es sei denn, es besteht eine klare Notwendigkeit, etwa aus Gründen der Aufsicht oder bei einem akuten Vorfall. In solchen Fällen wird das Betreten angekündigt und sensibel gestaltet. Besonders bei der parallelen Nutzung von Umkleiden durch unterschiedliche Altersgruppen sowie durch Mädchen, Jungen, Frauen und Männer achten wir auf klare Absprachen und zeitliche Trennung, um unangenehme Situationen zu vermeiden.

Auch außerhalb des direkten Trainingsbetriebs gilt unser Verhaltenskodex. In Vereinsräumen wie Fluren Aufenthaltsbereichen oder dem Vereinsheim achten wir auf einen respektvollen Umgangston und angemessenes Verhalten. Kinder und Jugendliche sollen sich dort sicher bewegen können, ohne mit unangemessener Sprache oder Situationen konfrontiert zu werden. Verantwortliche greifen ein, wenn sie Grenzverletzungen beobachten oder ein ungutes Gefühl entsteht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft den Umgang mit Macht und Verantwortung. Trainerinnen und Trainer treffen sportliche Entscheidungen, etwa über Einsatzzeiten oder Kaderzugehörigkeit. Diese Entscheidungen werden transparent kommuniziert und sachlich begründet. Persönliche Nähe, Sympathien oder Abhängigkeiten dürfen keinen Einfluss auf sportliche Entscheidungen haben. Kinder und Jugendliche dürfen nicht das Gefühl bekommen, dass sie sich durch besonderes Verhalten, Schweigen oder Anpassung Vorteile verschaffen müssen.

Der Verhaltenskodex gilt auch für den Umgang der Kinder und Jugendlichen untereinander. Wir dulden keine Form von Mobbing, Ausgrenzung oder sexualisierten Grenzverletzungen unter Gleichaltrigen. Trainerinnen und Trainer achten bewusst auf Gruppendynamiken, insbesondere in Umkleiden, auf Fahrten oder in Mannschaftsgruppen. Auffälligkeiten werden angesprochen und ernst genommen. Ziel ist es, frühzeitig zu reagieren und ein respektvolles Teamklima zu fördern.

Im Bereich der digitalen Kommunikation gilt der Verhaltenskodex gleichermaßen. Kommunikation dient organisatorischen und sportlichen Zwecken. Private Einzelkontakte ohne sportlichen Anlass werden vermieden. Inhalte werden respektvoll formuliert. Fotos oder Videos werden nur im vereinbarten Rahmen genutzt. Aufnahmen in Umkleiden oder Sanitärbereichen sind untersagt. Kinder und Jugendliche sollen auch in digitalen Räumen geschützt sein und wissen, an wen sie sich bei Unsicherheiten wenden können.

Der Verhaltenskodex der SG 99 Andernach ist verbindlich. Verstöße werden nicht ignoriert, sondern angesprochen und aufgearbeitet. Dabei steht nicht die Sanktion im Vordergrund, sondern das Ziel, Verhalten zu reflektieren, Verantwortung zu übernehmen und zukünftige Grenzverletzungen zu vermeiden. Je nach Schwere des Verstoßes können Gespräche, pädagogische Maßnahmen oder weitere Schritte notwendig werden.

Der Verhaltenskodex ist damit ein zentrales Instrument unseres Kinder- und Jugendschutzkonzepts. Er schafft Orientierung, gibt Sicherheit und macht deutlich, wie wir bei der SG 99 Andernach Verantwortung leben.

9. Personalauswahl, Qualifizierung und Verantwortungsträger

Die Qualität des Kinder- und Jugendschutzes steht und fällt mit den Personen, die im Verein Verantwortung übernehmen. Deshalb legt die SG 99 Andernach großen Wert auf eine bewusste Auswahl, Einführung und Begleitung aller Trainerinnen, Trainer und weiteren Verantwortlichen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Bei der Auswahl neuer Trainerinnen und Trainer achten wir nicht nur auf sportliche Fachkompetenz, sondern ebenso auf persönliche Eignung, Haltung und Verantwortungsbewusstsein. Bereits im Erstkontakt wird deutlich gemacht, dass Kinder- und Jugendschutz ein verbindlicher Bestandteil unserer Vereinsarbeit ist. Neue Verantwortliche werden darüber informiert, welche Erwartungen die SG 99 Andernach an den Umgang mit Kindern und Jugendlichen stellt und welche Regeln im Vereinsalltag gelten.

Alle neuen Trainerinnen, Trainer und Betreuenden werden systematisch in das Kinder- und Jugendschutzkonzept eingeführt. Sie erhalten eine Vorstellung der Inhalte, insbesondere der Risikoanalyse, der Präventionsmaßnahmen und des Verhaltenskodex. Ziel ist es, von Beginn an Klarheit zu schaffen und Unsicherheiten vorzubeugen. Niemand soll unvorbereitet Verantwortung übernehmen.

Die SG 99 Andernach fördert die regelmäßige Qualifizierung im Bereich Kinder- und Jugendschutz. Trainerinnen und Trainer werden ermutigt, an Schulungen, Fortbildungen oder Informationsveranstaltungen teilzunehmen. Dabei geht es nicht um Kontrolle, sondern um Sensibilisierung und Handlungssicherheit. Gerade in einem großen Verein mit vielen parallelen Trainingssituationen ist es wichtig, dass Verantwortliche typische Risikosituationen erkennen und angemessen reagieren können.

Für Tätigkeiten mit besonderer Verantwortung oder regelmäßigem Kontakt zu Kindern und Jugendlichen wird ein erweitertes Führungszeugnis eingeholt. Alle Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer sowie alle weiteren Personen, die regelmäßig im Kinder- und Jugendbereich der SG 99 Andernach tätig sind, sind verpflichtet, ein lückenloses erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Diese Verpflichtung gilt unabhängig davon, ob die Tätigkeit haupt- oder ehrenamtlich ausgeübt wird.

Die Einsichtnahme in das erweiterte Führungszeugnis erfolgt vor Aufnahme der Tätigkeit und wird in regelmäßigen Abständen wiederholt. Personen, die kein entsprechendes Führungszeugnis vorlegen oder bei denen relevante Einträge festgestellt werden, können nicht im Kinder- und Jugendbereich eingesetzt werden.

Die Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses ist ein fester Bestandteil der Präventionsarbeit der SG 99 Andernach und dient dem Schutz der Kinder und Jugendlichen sowie der Absicherung aller handelnden Personen und des Vereins. Dieses ist ein Baustein der Prävention, ersetzt jedoch nicht die persönliche Haltung und Aufmerksamkeit im Alltag. Verantwortung für Kinder und Jugendliche bedeutet für uns mehr als formale Nachweise.

10. Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern

Kinder- und Jugendschutz kann nur wirksam sein, wenn Kinder und Jugendliche aktiv einbezogen werden. Die SG 99 Andernach versteht Kinder und Jugendliche nicht als passive Schutzobjekte, sondern als eigenständige Persönlichkeiten mit Rechten, Wahrnehmungen und Bedürfnissen.

Wir ermutigen Kinder und Jugendliche, ihre Gefühle, Grenzen und Eindrücke ernst zu nehmen und zu äußern. Im Trainingsalltag schaffen Trainerinnen und Trainer eine Atmosphäre, in der Fragen gestellt und Unsicherheiten angesprochen werden dürfen. Kinder sollen wissen, dass sie Nein sagen dürfen und dass dieses Nein respektiert wird.

Auch Eltern und Sorgeberechtigte sind ein wichtiger Bestandteil unseres Schutzkonzepts. Sie werden als Partner verstanden und transparent über Regeln, Zuständigkeiten und Ansprechpersonen informiert. Eltern sollen wissen, wie Kinder- und Jugendschutz bei der SG 99 Andernach umgesetzt wird und an wen sie sich bei Fragen oder Hinweisen wenden können.

Informationen zum Kinder- und Jugendschutz werden regelmäßig weitergegeben, etwa im Rahmen von Elternabenden, über die Vereinswebsite oder durch persönliche Gespräche. Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen und Hemmschwellen abzubauen. Hinweise von Eltern werden ernst genommen, auch wenn sie zunächst unspezifisch erscheinen.

Beteiligung bedeutet für uns auch, aufmerksam zu sein für Signale. Rückzug, Verhaltensänderungen oder plötzliches Unwohlsein werden wahrgenommen und angesprochen. Kinder und Jugendliche sollen erleben, dass ihre Perspektive zählt.

11. Beschwerdewege und interne Meldeverfahren

Klare und niedrigschwellige Beschwerdewege sind ein zentraler Bestandteil eines wirksamen Schutzkonzepts. Die SG 99 Andernach stellt sicher, dass Hinweise, Beobachtungen oder Beschwerden ohne Angst vor Nachteilen geäußert werden können.

Kinder, Jugendliche, Eltern und Vereinsmitglieder können sich mit Anliegen oder Hinweisen an verschiedene Stellen wenden. Dies kann bei Trainerinnen oder Trainern geschehen, bei den benannten Ansprechpersonen für Kinder- und Jugendschutz oder über Vertrauenspersonen im Verein. Es ist nicht erforderlich, einen Verdacht eindeutig benennen zu können. Auch ein ungutes Gefühl oder eine Beobachtung ist ausreichend, um eine Meldung ernst zu nehmen.

Alle Hinweise werden vertraulich behandelt. Die Weitergabe von Informationen erfolgt nur, soweit dies zum Schutz der betroffenen Person notwendig ist. Die SG 99 Andernach legt Wert darauf, dass niemand unter Druck gesetzt wird, Beweise zu liefern oder Situationen zu bewerten.

Die Zuständigkeiten im Meldeverfahren sind klar geregelt. Eingehende Hinweise werden dokumentiert und an die zuständigen Ansprechpersonen weitergeleitet. Ziel ist es, strukturiert und besonnen vorzugehen und vorschnelle Reaktionen zu vermeiden.

12. Intervention bei Verdachtsfällen und Krisen

Im Falle eines Verdachts auf eine Grenzverletzung oder Gewalt gilt bei der SG 99 Andernach ein klarer Grundsatz. Der Schutz der betroffenen Person steht immer an erster Stelle. Alle weiteren Schritte ordnen sich diesem Ziel unter.

Wird ein Verdacht oder Hinweis bekannt, hören wir zunächst zu und nehmen die betroffene Person ernst. Gespräche werden ruhig, wertschätzend und ohne Vorverurteilung geführt. Es werden keine eigenständigen Ermittlungen durchgeführt und keine vorschnellen Schlüsse gezogen.

Beobachtungen und Aussagen werden sachlich dokumentiert. Die benannten Ansprechpersonen für Kinder- und Jugendschutz werden zeitnah eingebunden. Sie koordinieren das weitere Vorgehen und entscheiden, ob und welche externen Fachstellen hinzugezogen werden müssen.

Die SG 99 Andernach arbeitet im Bedarfsfall mit externen Beratungsstellen, dem zuständigen Verband oder weiteren Fachstellen zusammen. Dabei orientieren wir uns an den fachlichen Leitlinien des organisierten Sports. Ziel ist es, betroffene Kinder und Jugendliche zu schützen, ihnen Unterstützung zu ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit allen Beteiligten umzugehen.

Die Kommunikation nach außen erfolgt kontrolliert und verantwortungsbewusst. Persönlichkeitsrechte und Datenschutz haben höchste Priorität. Informationen werden nur an die Stellen weitergegeben, die für das weitere Vorgehen notwendig sind.

Intervention verstehen wir nicht als einmaligen Schritt, sondern als Teil eines verantwortungsvollen Umgangs mit schwierigen Situationen. Nach Abschluss eines Verfahrens werden Abläufe reflektiert und, wenn notwendig, Präventionsmaßnahmen angepasst.

13. Schutz auf Fahrten, Turnieren und bei Übernachtungen

Fahrten, Turniere und Übernachtungen sind fester Bestandteil des Vereinslebens der SG 99 Andernach und stellen für Kinder und Jugendliche besondere Erlebnisse dar. Gleichzeitig bergen sie erhöhte Risiken, da gewohnte Strukturen verlassen werden, Nähe intensiver entsteht und Aufsicht über längere Zeiträume erforderlich ist. Aus diesem Grund misst die SG 99 Andernach dem Schutz von Kindern und Jugendlichen in diesen Situationen eine besondere Bedeutung bei.

Bereits bei der Planung von Fahrten und Veranstaltungen werden Zuständigkeiten klar festgelegt. Es ist eindeutig geregelt, welche Personen für Aufsicht, Betreuung und Organisation verantwortlich sind. Kinder und Jugendliche wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie Fragen haben oder sich unwohl fühlen. Auch Eltern werden im Vorfeld über Ablauf, Verantwortlichkeiten und grundlegende Regeln informiert.

Bei Übernachtungen gilt der Grundsatz, dass Erwachsene und Minderjährige getrennt schlafen. Zimmeraufteilungen werden transparent geplant und kommuniziert. Besondere Aufmerksamkeit gilt Abend und Nachtsituationen, da hier Unsicherheiten oder Grenzverletzungen entstehen können. Verantwortliche sind präsent und ansprechbar, ohne in die Privatsphäre der Kinder und Jugendlichen einzugreifen.

Die Nutzung fremder Umkleiden, Sanitäranlagen oder Unterkünfte erfordert erhöhte Sensibilität. Trainerinnen und Trainer achten darauf, dass die Schutzstandards der SG 99 Andernach auch außerhalb der eigenen Sportanlagen eingehalten werden. Kinder und Jugendliche werden darauf vorbereitet, dass sie Grenzen benennen dürfen und dass ihr Wohlbefinden Vorrang hat.

Emotionale Situationen wie Heimweh, Überforderung oder Konflikte innerhalb der Gruppe werden ernst genommen und sensibel begleitet. Nähe wird professionell gestaltet und niemals ausgenutzt. Ziel ist es, einen sicheren Rahmen zu schaffen, in dem positive Erfahrungen möglich sind und Risiken minimiert werden.

14. Digitale Kommunikation, Medien und Datenschutz

Digitale Kommunikation ist fester Bestandteil des Vereinsalltags der SG 99 Andernach. Sie dient der Organisation des Trainingsbetriebs, der Weitergabe von Informationen und der Förderung des Gemeinschaftsgefühls. Gleichzeitig können digitale Räume Risiken für Grenzverletzungen, Missverständnisse oder Machtmissbrauch bergen, wenn keine klaren Regeln bestehen.

Die SG 99 Andernach legt deshalb großen Wert auf einen verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit digitalen Medien. Kommunikation zwischen Verantwortlichen und Kindern oder Jugendlichen erfolgt grundsätzlich sachlich, respektvoll und zweckgebunden. Private Einzelkontakte ohne sportlichen Anlass werden vermieden. Inhalte werden so formuliert, dass sie für alle Beteiligten nachvollziehbar und angemessen sind.

In Mannschaftsgruppen wird auf einen respektvollen Umgangston geachtet. Abwertende Kommentare, Bloßstellung oder das Weiterverbreiten sensibler Inhalte werden nicht toleriert. Kinder und Jugendliche sollen sich auch in digitalen Räumen sicher fühlen und wissen, dass sie sich bei unangenehmen Situationen Unterstützung holen können.

Der Umgang mit Foto und Videomaterial erfolgt sensibel und unter Beachtung des Datenschutzes. Aufnahmen in Umkleiden oder Sanitärbereichen sind grundsätzlich untersagt. Veröffentlichungen erfolgen nur im vereinbarten Rahmen und mit dem notwendigen Einverständnis. Die Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen haben dabei stets Vorrang.

15. Ansprechpersonen für Kinder- und Jugendschutz

Die Benennung klarer und erreichbarer Ansprechpersonen ist ein zentraler Bestandteil des Kinder- und Jugendschutzkonzepts der SG 99 Andernach. Ansprechpersonen bieten Orientierung, schaffen Vertrauen und stellen sicher, dass Hinweise und Anliegen sachlich und strukturiert bearbeitet werden.

Die SG 99 Andernach hat folgende Ansprechpersonen für Kinder- und Jugendschutz benannt. Der erste Vorsitzende der SG 99 Andernach sowie Katharina Sternitzke als Jugendleiterin der Frauen- und Mädchenabteilung übernehmen diese Aufgabe. Sie stehen Kindern, Jugendlichen, Eltern und Vereinsmitgliedern als vertrauliche Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Ansprechpersonen nehmen Hinweise entgegen, hören zu, beraten und koordinieren das weitere Vorgehen. Sie entscheiden über die Einbindung externer Fachstellen und achten darauf, dass alle Schritte im besten Interesse der betroffenen Person erfolgen. Dabei handeln sie vertraulich, verantwortungsbewusst und orientiert an den fachlichen Leitlinien des organisierten Sports.

Die Kontaktdaten der Ansprechpersonen werden vereinsintern transparent kommuniziert. Kinder und Jugendliche sollen wissen, wer diese Personen sind und wie sie erreicht werden können. Auch Eltern und Vereinsmitglieder werden regelmäßig über die Zuständigkeiten informiert.

16. Umsetzung, Überprüfung und Weiterentwicklung des Konzepts

Dieses Kinder- und Jugendschutzkonzept wird vom Vorstand der SG 99 Andernach beschlossen und ist verbindlich für alle Bereiche des Vereins. Mit dem Beschluss bekennt sich der Verein ausdrücklich zu seiner Verantwortung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen.

Die Umsetzung des Konzepts erfolgt im Vereinsalltag durch alle Verantwortlichen. Trainerinnen, Trainer, Betreuende, Jugendleitungen und der Vorstand tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass die beschriebenen Grundsätze, Regeln und Verfahren gelebt werden. Kinder- und Jugendschutz ist kein einmaliger Schritt, sondern ein fortlaufender Prozess.

Das Konzept wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Veränderungen im Vereinsleben, neue Mannschaftsstrukturen, personelle Wechsel oder Erfahrungen aus der Praxis fließen in die Weiterentwicklung ein. Auch Rückmeldungen von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Verantwortlichen werden berücksichtigt.

Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema stellt die SG 99 Andernach sicher, dass Kinder- und Jugendschutz nicht nur auf dem Papier existiert, sondern im Alltag wirksam umgesetzt wird. Ziel ist es, dauerhaft einen sicheren, respektvollen und vertrauensvollen Rahmen zu schaffen, in dem Kinder und Jugendliche Fußball spielen, sich entwickeln und wohlfühlen können.