2. Frauen-Bundesliga: SG 99 startet in Ingolstadt

Wir freuen uns in der Saison 2020/21 (Staffel Süd) ab dem 4. Oktober auf folgende Gegner (in chronologischer Reihenfolge): FC Ingolstadt 04, 1. FFC 08 Niederkirchen, 1. FC Saarbrücken, FC Bayern München II, TSG 1899 Hoffenheim II, FC Würzburger Kickers, Eintracht Frankfurt II und 1. FC Köln. Die exakte Terminierung der Anstoßzeiten erfolgt am 28. August.



DFB-Gewinnspiel „Lande deinen Treffer“: Preise übergeben

Vor dem saisonalen Auftakttraining der 1. Frauenmannschaft unserer SG 99 Andernach am 28. Juli ging die Preisverleihung des Gewinnspiels „Lande deinen Treffer“, das die SG 99 gemeinsam mit dem DFB durchführte, über die sommerliche Bühne. Das Bild im Stadion der „Bäckermädchen“ zeigt Simone Gügel aus Kottenheim, Gewinnerin des 1. Preises, und Torsten Briem aus Köln, Gewinner des 3. Preises (neue und persönlich beflockte Heimtrikot-Garnitur der SG 99), flankiert von Andernacher Spielerinnen im neuen Auswärtsoutfit mit dem Lotto-Logo.

Simone Gügel, selbst aktive Fußballerin beim regional benachbarten Bezirksligisten SG Eintracht Mendig/Bell, nahm unmittelbar im Anschluss am Teamtraining teil, zudem gab es als zusätzliches Bonbon einen der brandneuen Adidas-Bälle mit dem Emblem der 2. Frauen-Bundesliga. Lorenz Rau (eingeklinktes Foto), Gewinner des 2. Preises (signiertes Trikot), wohnt weit weg in Augsburg, ihm wurde der Lohn für seine Mühen auf dem Postweg übermittelt. An alle, die leider nichts gewonnen haben: Herzlichen Dank für eure Teilnahme.




Startschuss erfolgt: Frauen der SG 99 bereiten sich auf die Saison 2020/21 vor

In dieser Woche hat der Deutsche Fußballbund den neuen Rahmenterminkalender für den nationalen Pokalwettbewerb und die 2. Bundesliga der Frauen (Saison 2020/21) offiziell herausgegeben. Demnach startet die SG 99 Andernach am 27. September mit einem DFB-Pokalspiel, die Auslosung erfolgt wohl am 28. August im Rahmen der üblichen Managertagung in der DFB-Zentrale in Frankfurt. Eine Woche später (4. Oktober) steht die erste Begegnung in der nunmehr wieder ein Jahr lang zweigleisigen Klasse um Punkte auf dem Programm. Auch die Zahl der teilnehmenden Mannschaften ist mittlerweile fix: Alle 19 sportlich qualifizierten Teams werden noch in eine Nord- und eine Südstaffel aufgeteilt – etwas überraschend auch der insolvente BV Cloppenburg. Andernach trifft im Süden der Republik unter anderem auf die beiden Aufsteiger 1. FFC Niederkirchen und Würzburger Kickers.

Derweil ist die SG 99 mit einem ersten Kennenlerntraining in die neue Saison eingestiegen. Neben dem elfköpfigen Funktionsteam tummelten sich 21 Spielerinnen des Kaders und Gastspielerin Pia Knobloch (vormals 1. FC Köln II) auf dem Rasenplatz des Stadions. Das Trainergespann Isabelle Stümper und Florian Stein durfte dabei auch ein bereits fest verpflichtetes Quartett begrüßen: Vanessa Zilligen (vom 1. FC Köln), Besarta Hisenaj (vom FSV Hessen Wetzlar), Natalie Poppe und Laura Weißenfels (beide von der U17 des SC 13 Bad Neuenahr) tragen fortan das blaue Dress der Bäckermädchen. Zum erweiterten Kader zählt Joelina Martini (von der U17 des 1. FC Köln) als Perspektivspielerin. Mit einem knapp zweiwöchigen Athletikprogramm startet die SG 99 Ende Juli in die Vorbereitung, bevor es dann ab dem 11. August in die Vollen geht.

Nach dem obligatorischen Team-Wochenende (15./16. August) sollen nach derzeitiger Planung insgesamt sechs Testspiele absolviert werden. Zuvorderst wäre da die Begegnung mit der neuen Eintracht aus Frankfurt zu nennen. Am 22. oder 23. August erwartet der aus dem 1. FFC Frankfurt hervorgegangene Bundesligist um Trainer Niko Arnautis die Andernacherinnen im Stadion am Brentanobad. Die weiteren Termine der Vorbereitungsspiele im Schnelldurchlauf: 30. August (beim West-Regionalligisten Vorwärts SpoHo Köln), 1. September (gegen die luxemburgische Nationalmannschaft), 6. September (beim West-Regionalligisten FSV Hessen Wetzlar), 12. September (gegen den Nord-Zweitligisten SpVg Berghofen). Offen bleibt noch der letzte Testspielpartner für das Wochenende 19./20. September. Dort geht es voraussichtlich gegen einen weiteren Nord-Zweitligisten, weil zu diesem Zeitpunkt bereits alle umliegenden Regionalligen nach aktueller Planung ihren Spielbetrieb bereits aufgenommen haben.

Offen ist auch der Zeitpunkt, wann in Rheinland-Pfalz wieder halbwegs regulär trainiert werden darf. Testspiele sind aufgrund der 10. Corona-Verordnung (gültig bis 31. August) eigentlich nicht möglich, da soll es aber dem Vernehmen nach noch im Juli eine Wende zum Positiven geben.

Das Andernacher Trainergespann Isabelle Stümper und Florian Stein umrahmt das neue Quartett der SG 99 (von rechts): Besarta Hisenaj, Laura Weißenfels, Natalie Poppe und Vanessa Zilligen. Foto: Bodo Heinemann




Starke Partner: Stadtwerke Andernach und die SG 99

Ein Bild, das weit vor der Corona-Krise entstanden ist, inhaltlich aber weiterhin Symbolcharakter besitzt: Die SG 99 Andernach freut sich auch in der Saison 2020/21 auf die zuverlässige Partnerschaft mit den ortsansässigen Stadtwerken, hier vertreten durch Geschäftsführer Lars Hörnig bei einem Pressetermin mit unserer 1. Frauenmannschaft im Sommer des Vorjahres (Foto: Meta Welling).

Am traditionsreichen Rheinhafen Andernach, einem der größten Frachthäfen am Mittelrhein, bieten die Stadtwerke mit der optimalen Infrastruktur einen reibungslosen Güterumschlag. Außerdem kümmern sie sich mit der Vermietung und Verpachtung von Lagerflächen am Hafen um die sichere Verwahrung der Güter. Tag für Tag wird Andernach und die Region mit Trinkwasser sowie Energie in Form von Strom und Erdgas versorgt – vom Privathaushalt bis zum Unternehmenskunden.

Als Unternehmen, das stark mit der Region verwurzelt ist, sorgen die Stadtwerke mit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger das Leben in und um Andernach genießen können. Hierfür bewirtschaften die Stadtwerke das Hallenbad, die Tiefgarage und das Parkhaus am Stadtgraben. Mit dem Stadtbus und dem Anruf-Sammeltaxi-Service machen die Stadtwerke Andernach mobil und bieten außerdem eine leistungsstarke und umweltbewusste Alternative zum Auto.




Joelina Martini kommt von der U17 des 1. FC Köln nach Andernach

Fünfter Neuzugang für die Frauenmannschaften der SG 99 Andernach: Joelina Martini, hoffnungsvolles Nachwuchstalent aus Metternich und auch schon vom FC Bayern München umworben, wechselt von der U17 des 1. FC Köln zu den Bäckermädchen. In der Vorsaison erzielte die Angreiferin fünf Tore für die Elf aus der Domstadt in der Bundesliga West/Südwest. Die noch 16-Jährige zählt als Perspektivspielerin zunächst einmal zum Rheinlandliga-Team und soll im Seniorinnenbereich kontinuierlich an das Zweitliga-Niveau herangeführt werden.




2. Frauen-Bundesliga soll wieder zweigleisig werden – Saisonstart am 4. Oktober?

Die seit zwei Jahren eingleisige 2. Frauenfußball-Bundesliga springt aufgrund der Corona-Krise zurück in die Vergangenheit und wird – wenn es nach dem deutlichen Votum der Vereine geht – in der Saison 2020/21 wieder zweigleisig daherkommen. Zumindest vorübergehend. Das ist im Prinzip das Ergebnis einer Videokonferenz der beteiligten Vereine mit dem DFB. Weil die Liga mit bis zu 19 Mannschaften und aufgrund der terminlichen Enge zu groß für einen „normalen“ Spielbetrieb mit Hin- und Rückspiel zu sein scheint, wurden zwei alternative Szenarien diskutiert.

Verworfen wurde am Ende die zweite Idee, mit allen Mannschaften bundesweit jeweils einmal gegeneinander zu spielen – womit maximal 18 Begegnungen auf dem Programm gestanden hätten. Nur die SG 99 Andernach und ein weiterer Verein stimmten für diese Variante, bei einer Enthaltung war der Rest der Gesprächsrunde wohl vornehmlich aus finanziellen Gründen für die neuerliche Zweiteilung der Liga in eine Süd- und eine Nord-Staffel. Die endgültige Beschlussfassung des DFB darüber soll in den nächsten Tagen erfolgen. Offen ist noch, ob die Rückführung ins eingleisige Muster mit 14 Mannschaften in nur einem oder in zwei Schritten passieren soll. Im ersten Fall wären demnach bis zu acht (!) Absteiger auf einen Schlag zu befürchten.

Die finale Zusammensetzung der einzelnen Gruppen soll bis zum 5. Juli stehen, also sieben Tage nach Abschluss der 1. Bundesliga (letzter Spieltag am 28. Juni). Die beiden Absteiger aus der höchsten Klasse der Republik beeinflussen zumindest marginal die mögliche Einteilung – je nachdem, ob neben dem FF USV Jena (geht am 1. Juli offiziell in den FC Carl Zeiss Jena über) der 1. FC Köln oder der MSV Duisburg noch nach unten muss. Die etwas schlechteren Karten haben da momentan die Domstädterinnen (Heimspiel am Sonntag um 14 Uhr gegen den SC Sand), weil die punktgleichen und in der Tordifferenz um plus neun besser gestellten „Zebras“ zur gleichen Zeit beim bereits abgestiegenen Tabellenletzten aus Jena anzutreten haben.

Sollte es die Kölner tatsächlich in negativer Hinsicht treffen, dürfte die zweite Mannschaft des „Effzeh“ als Meister der Regionalliga West nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen, weil die erste Garnitur in eben diese Klasse herunterfällt. In diesem Fall wäre neben dem BV Borussia Bocholt (Vizemeister) die Drittplatzierte SpVg Berghofen als Nachrücker der Nutznießer dieser Situation. Unwahrscheinlich erscheint derzeit, ob der BV Cloppenburg (Zehnter der Zweitliga-Abschlusstabelle 2019/20) an seiner Meldung festhält. Laut NWZ online haben die schon seit geraumer Zeit finanziell klammen Niedersachsen den Antrag auf Insolvenz in der Vorwoche gestellt.

Mit Interesse verfolgt die SG 99 diese Entwicklung. Geschäftsführer Bodo Heinemann und das Trainergespann Isabelle Stümper und Florian Stein hätten lieber die Fortführung der Eingleisigkeit begrüßt: „Allein rein sportlich wäre das wesentlicher interessanter gewesen“, so der einhellige Tenor aus dem Lager der „Bäckermädchen“. Kommt alles so, wie derzeit geplant, ergibt sich der folgende zeitliche Ablauf: Der Saisonstart der Zweitligisten ist am 27. September mit der ersten DFB–Pokalrunde. Das eröffnende Punktspiel soll am 4. Oktober über die Bühne gehen. Die Winterpause beginnt – wenn es tatsächlich auf 18 Mannschaften (= zwei Neuner-Staffeln) hinausläuft – nach dem siebten Spieltag am 6. Dezember. Weiter geht es in dieser Variante (erst) am 7. März 2021, Saisonende wäre am 23. Mai.

Derweil hat Andernach die personellen Planungen knapp eine Woche vor dem Ende der im Amateurfußball üblichen Wechselperiode praktisch abgeschlossen. Vanessa Zilligen (1. FC Köln), Besarta Hisenaj (FSV Hessen Wetzlar), Natalie Poppe und Laura Weißenfels (beide U17 SC 13 Bad Neuenahr) haben sich der ersten Mannschaft der SG 99 angeschlossen, Joelina Martini (U17 1. FC Köln) zählt zunächst einmal als Perspektivspielerin zur zweiten Garde. Dem gegenüber stehen derzeit nur zwei Abgänge: Celine Dickopf wechselt zum Südwest-Regionalligisten 1. FFC Montabaur, Loreana Liebetanz geht zurück zum TuS Wörrstadt. Am 7. Juli kommt die neue Mannschaft der SG 99 erstmals im Andernacher Stadion zusammen.

So könnte die Staffeleinteilung der 2. Frauen-Bundesliga 2020/21 aussehen, wenn der insolvente BV Cloppenburg nicht mehr meldet. In Klammern steht die Platzierung der Saison 2019/20:

Staffel Süd

1. TSG 1899 Hoffenheim II (3.)
2. FC Ingolstadt 04 (6.)
3. FC Bayern München II (8.)
4. SG 99 Andernach (11.)
5. 1. FC Saarbrücken (12.)
6. 1. FFC/Eintracht Frankfurt II (13.)
7. 1. FFC Niederkirchen (Aufsteiger RL Südwest)
8. Würzburger Kickers (Aufsteiger RL Süd)

Dazu könnte als neunte Mannschaft der 1. FC Köln (falls er aus der 1. Bundesliga absteigt) oder der 1. FC Köln II (Meister der Regionalliga West) kommen.

Staffel Nord

1. FF USV/FC Carl Zeiss Jena (Absteiger (1. BL)
2. VfL Wolfsburg II (2.)
3. Borussia Mönchengladbach (5.)
4. 1. FFC Turbine Potsdam II (7.)
5. FSV Gütersloh (9.)
6. Arminia Bielefeld (14.)
7. RB Leipzig (Aufsteiger RL Nordost)
8. Borussia Bocholt (2. Aufsteiger RL West)

Dazu könnte als neunte Mannschaft der MSV Duisburg (falls er aus der 1. Bundesliga absteigt) oder die SpVg Berghofen (Nachrücker aus der Regionalliga West) kommen.

Rückfall in alte Zeiten? Möglich, dass die SG 99 Andernach (blaue Trikots, hier mit Maren Weingarz am Ball) und der 1. FC Köln II – hier im direkten Duell am 13. Mai 2018 – bald wieder gemeinsam in einer zweigeteilten 2. Frauen-Bundesliga spielen. Foto: Norbert J. Becker




Kosovarische Nationalspielerin Besarta Hisenaj schließt sich der SG 99 an

Der vierte Neuzugang für die Fußballfrauen unserer SG 99 Andernach steht fest: Besarta Hisenaj kommt vom Süd-Regionalligisten FSV Hessen Wetzlar und schließt sich zur neuen Saison den Bäckermädchen in der 2. Bundesliga an. Die 21-Jährige ist seit 2019 kosovarische Nationalspielerin und absolvierte mit der Mannschaft noch Anfang März 2020 zwei Länderspiele gegen Russland und Slowenien. Sie wohnt in Beselich bei Limburg, der nun folgende Schritt erscheint in ihrer sportlichen Laufbahn fast logisch: „Ich bin Wetzlar dankbar für sieben tolle Jahre und wünsche dem Verein weiterhin viel Erfolg. Nun ist es an der Zeit, mich einer neuen Herausforderung zu stellen und mich weiterzuentwickeln. Ich freue mich sehr darauf, ein Teil der SG-Familie zu werden.“ Der Andernacher Trainer Florian Stein darf auf ein weiteres Puzzleteil der neuen Mannschaft für die Saison 2020/21 bauen: „Eine junge, technisch gut ausgebildete Spielerin mit internationaler Erfahrung, die prima in unser Projekt passt.“

Derweil hat die SG 99 einen Abgang zu verzeichnen: Celine Dickopf (18), im vergangenen Jahr erst vom damaligen U17-Bundesligisten SV Rengsdorf gekommen, wechselt zum Südwest-Regionalligisten 1. FFC Montabaur. Wir danken für ihr Engagement und wünschen auf dem weiteren Weg alles Gute !

Hier noch im blauen Trikot der kosovarischen Nationalmannschaft im Spiel gegen Russland am Ball, bald im gleichfarbigen Trikot der SG 99 in der 2. Bundesliga: Besarta Hisenaj (21) wechselt vom FSV Hessen Wetzlar nach Andernach. Foto: Dominik Füting




Gewinnspiel: Lande deinen Treffer !

Nach dem vorzeitigen Saisonabbruch ruht der Ball in der 2. Frauen-Bundesliga. Eine harte Zeit für alle Fans, die ihre Mannschaft monatelang nicht unterstützen können. Gemeinsam mit dem DFB und den anderen 13 Vereinen der Liga hat sich die Frauenmannschaft unserer SG 99 Andernach nun eine ganz besondere Überraschung für die Fans ausgedacht:

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Grünes Licht: Zweitliga-Frauen der SG 99 trainieren in Kleingruppen

Grünes Licht für die Wiederaufnahme des Trainings: Nach Arminia Bielefeld und dem FSV Gütersloh hat nun auch die SG 99 Andernach als dritter Verein der 2. Frauenfußball-Bundesliga die sich bietende Gelegenheit wahrgenommen, unter eingeschränkten Bedingungen den Übungsbetrieb nach exakt siebenwöchiger Zwangspause neu zu starten. In seiner „4. Corona-Bekämpfungsverordnung“ schuf das Land Rheinland-Pfalz am 17. April überhaupt erst die Möglichkeit, eingeschränktes Training in 5er-Gruppen auf Basis einer strengen Hygieneverordnung wieder zuzulassen. Im Paragraf 1 (Absatz 7) heißt es: „Der Betrieb öffentlicher und privater Sportanlagen sowie Sportstätten … zu Trainingszwecken des Spitzen- und Profisports ist zulässig.“ Dazu zählte nach Auffassung der örtlichen Behörde auch die erste Frauenmannschaft der SG 99 Andernach als Teilnehmer der 2. Bundesliga.

Per E-Mail folgte schließlich am 24. April die entsprechende Genehmigung des Sportamts der Andernacher Stadtverwaltung. Bodo Heinemann, Geschäftsführer der SG 99, leitete diese Nachricht zur Prüfung an den DFB weiter. Manuel Hartmann, Abteilungsleiter Spielbetrieb Ligen & Wettbewerb, antwortete am 27. April und legte seitens des DFB kein Veto ein. Mit ein wenig Vorlauf nahmen die „Bäckermädchen“ am Donnerstag die Gelegenheit zum Training erstmalig wahr. 18 Spielerinnen des Kaders, aufgeteilt in vier Gruppen, folgten dem Aufruf. Betreut wurden diese kleinen Einheiten von je einem Mitglied des Trainerteams (Isabelle Stümper, Florian Stein, Kappy Stümper und Armin Grauel). Heinemann als Schlüsselverantwortlicher riegelte das Stadion um Punkt 19 Uhr hermetisch ab. Nach wochenlanger Trockenheit eher ungewöhnlich: es regnete.

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen hielt sich das Geschehen unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Grenzen, ein paar Ballpassübungen hier, ein paar Torschüsse dort. Petrus meinte es später gut mit den Bäckermädchen, die Sonne kam hervor. Nach 80 Minuten war die ganze Geschichte auch schon vorbei. Da besonders strenge Hygieneanforderungen beachtet und eingehalten werden mussten, verzichteten die Spielerinnen auf die Nutzung der Duschräume. Für Trainerin Isabelle Stümper, die in wenigen Wochen ihr erstes Kind erwartet, war der Aufwand gerechtfertigt: „Es war für die Mädels einfach schön, mal wieder rauszukommen. Man hatte das Gefühl, bei null anzufangen.“ Eine Fortsetzung des Szenarios soll am nächsten Donnerstag erfolgen. Sinn und Zweck der Übung war es in erster Linie nicht, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Mannschaften zu verschaffen, sondern den einkasernierten Spielerinnen ein wenig Beinfreiheit zu verschaffen. Zur Stunde ist ja weiterhin offen, ob dieser Wettbewerb überhaupt fortgesetzt werden kann.

Plan B des DFB, die Saison der 2. Frauen-Bundesliga ab dem 17. Mai (Spiel der SG 99 in Cloppenburg) mit ein paar englischen Wochen bis zum 30. Juni abschließen zu können, ist im Prinzip hinfällig. Bei einer ersten Videokonferenz am 3. April hatte der DFB den Vereinen eine zweiwöchige Vorlaufzeit vor einer möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs zugesichert. Das ist rechnerisch nicht mehr möglich, am Dienstag (4. Mai) wird bei einer neuerlichen virtuellen Zusammenkunft das weitere Vorgehen besprochen. Zehn dann noch offene Partien sind bis zum Ende der regulären Spielzeit kaum mehr zu absolvieren. Auch hier wird also das Thema „Abbruch“ in der Diskussion einen breiten Raum einnehmen. Isabelle Stümper hat da eine klare Meinung: „Ich bin dafür, die Saison abzubrechen. Je schneller dieses Signal erfolgt, desto besser. In Zeiten wie diesen ist es gut, wenn mal Gewissheit entsteht.“

Ein derzeit ungewohntes Bild: Trainingsbetrieb auf einem Fußballplatz im Rheinland. Die Frauenmannschaft der SG 99 Andernach, hier am Donnerstag auf dem Kunstrasenplatz im Einsatz, erhielt aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga eine Ausnahmegenehmigung der örtlichen Behörde, in Kleingruppen den Übungsbetrieb wieder aufnehmen zu dürfen. Foto: SG 99 Andernach




Virtuelle Versammlung: Frauen der SG 99 werkeln fleißig im Homeoffice

Seit fast vier Wochen werkeln die Fußballfrauen der SG 99 Andernach sozusagen im Homeoffice. Steigerungsläufe, kreative Übungen, Stabilisation und Teamaufgaben hat Trainerin Isabelle Stümper in den Trainingsplan des Zweitbundesligisten geschrieben, den es im Rahmen des Kontaktverbots individuell abzuhandeln gilt. Eine in Teilen recht einseitige Belastung, die nicht ideal ist in Erwartung des Zeitpunkts, wann es denn endlich wieder halbwegs regulär weitergehen darf. Zuletzt versammelte sich die Mannschaft virtuell, um ein gemeinsames Workout abzuhalten.

Als nicht systemrelevante Komponente hat sich der Sport nachvollziehbarerweise unterzuordnen. Aber natürlich machen sich die Verantwortlichen im Lager der Andernacher sozusagen als Beschäftigungstherapie ihre Gedanken um die Zukunft auf und neben dem grünen Feld. Sowohl nach Ablauf der Hinrunde und auch nach aktuellem Tabellenstand standen respektive stehen die Bäckermädchen in der unteren Hälfte des Zahlenwerks über dem berühmten Strich. Wenn auch extrem knapp, schließlich trennt die SG 99 derzeit nur ein einziges mehr geschossenes Tor vom 1. FC Saarbrücken, der als Zwölfter den ersten Abstiegsplatz belegt. Insofern gibt sich Stümper in diesem Punkt auch gelassen, wenn derzeit diverse Szenarien diskutiert werden: „Wenn die Saison noch abgebrochen werden sollte, bleiben wir auf jeden Fall in dieser Klasse.“

Sie selbst nahm mit Geschäftsführer Bodo Heinemann an einer dreiviertelstündigen Videokonferenz des DFB teil – und war am Ende im Grunde genommen genauso schlau wie vorher auch. Unterm Strich stand im Prinzip die Vorgabe, die am Morgen des Tages von den  Fußballverbänden Deutschlands bereits breit kommuniziert worden war. Heißt konkret: Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres. Etwas anderes wie beispielsweise einen vorzeitigen Abbruch der Saison konnte und wollte der DFB aufgrund der Haftungsrisiken und zu befürchtender Regressansprüche auch nicht beschließen. Die Politik gibt klar die Linie vor, da spielen die Ideen der für den Fußball Verantwortlichen nur eine untergeordnete Rolle.

Für den mehr oder weniger wahrscheinlichen Fall, dass im Mai der Ball vor Geisterkulissen wieder rollt, hat der DFB für die 2. Frauen-Bundesliga zwei mögliche Spielpläne skizziert: Wird die Saison am 3. Mai fortgesetzt (die SG 99 spielt dann zu Hause gegen den 1. FFC Turbine Potsdam II), gibt es bis zum neuen Ende am 28. Juni nur eine einzige englische Woche mit einer Partie am Donnerstag, 21. Mai (Christi Himmelfahrt). Geht es erst am 17. Mai weiter (die SG 99 reist dann zum BV Cloppenburg), müssen die Andernacherinnen gleich dreimal unter der Woche ran. Womöglich auch auswärts: Gütersloh, Saarbrücken und Mönchengladbach lassen da noch grüßen. Eine offizielle Fortsetzung des Spielbetriebs soll mindestens zwei Wochen vorher angekündigt werden.

Bei einer maximal zu bewältigenden Strecke von knapp 250 Kilometer bei einem oder auch mehr der drei besagten Auswärtsspiele wäre das per Tagestour irgendwie leistbar, auch wenn die Belastung für das Team in vielerlei Hinsicht enorm sein wird. Keine einzige Spielerin bekommt 400 Euro oder mehr pro Monat in Summe für ihre Verdienste im blauen Trikot der Rheinländerinnen, erst dann wäre sie per Definition eine „bezahlte Spielerin“. Alle gehen einer „normalen“ Beschäftigung nach, studieren oder drücken die Schulbank. Die 18-jährige Stürmerin Hannah Ackermann beispielsweise baute noch auf den letzten Drücker ihr Abitur, die mündliche Abschlussprüfung fand Mitte März an ihrer Schule in Mülheim-Kärlich praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit und strenger Regelungen statt. Und der Abiball zum Leidwesen aller Beteiligten im häuslichen Garten. Während sie also nach Wiederbeginn auch an einem Wochentag praktisch uneingeschränkt verfügbar wäre, müsste der Rest des Teams terminlich einiges regeln, um die dichte Abwicklung der Spiele seriös zu gewährleisten.

Wie steht es finanziell um die beste Frauenmannschaft des Südwestens? Vorsorglich hat der Verein die im ursprünglichen Spielbetrieb bis zum 24. Mai (letztes Spiel gegen den FC 04 Ingolstadt) vorgesehenen Aufwandsentschädigungen für den Trainerstab, das Physioteam und die Spielerinnen zur Hälfte eingefroren. Heinemann: „Sollte es irgendwann weitergehen in den Juni oder vielleicht sogar Juli hinein, werden wir diese Beträge wieder ausschütten – das versteht sich von selbst.“ Ansonsten ist die fußballerische Zukunft in Zeiten wie diesen wenig bis gar nicht planbar. Das Damoklesschwert wegbrechender Sponsoring-Einnahmen und Zuschüsse trifft vermutlich viele Vereine, wenn sich die Situation in absehbarer Zeit nicht zumindest in Teilen wieder zum Positiven ändert.

Blick in eine ungewisse Zukunft: Auch die sportlich Verantwortlichen der ersten Frauenmannschaft der SG 99 Andernach wissen nicht wirklich, ob, wann und wie die abgebrochene Saison fortgeführt wird. Foto: Norbert J. Becker