2. Bundesliga: SG 99 startet am Sonntag in Ingolstadt

Nach etwas mehr als siebenmonatiger Zwangspause steht am Sonntag um 11 Uhr mal wieder ein Spiel um Punkte für die Fußballfrauen der SG 99 Andernach in der 2. Bundesliga auf dem Programm. Am 29. Februar führte die Reise zur TSG 1899 Hoffenheim II, diesmal wartet der FC Ingolstadt 04 auf die Bäckermädchen. Trainerin Isabelle Hawel, im Verbund mit Florian Stein zuständig für die sportlichen Geschicke der Andernacherinnen, sagt: „Wir alle fiebern dem Saisonstart entgegen und hoffen, dass wir mindestens einen Punkt mitbringen. Ingolstadt ist eine Mannschaft auf Augenhöhe mit vielen jungen Talenten, da wird sicher die Tagesform entscheidend sein.“

Warum ein guter Start in der Südstaffel der vorübergehend wieder geteilten Liga dringend ratsam ist, verdeutlicht ein Blick auf die Zusammensetzung. Nach dem Rückzug des insolventen BV Cloppenburg im Norden – den Verein aus Niedersachsen drücken Schulden in Höhe von 750 000 Euro – nehmen insgesamt 18 Teams die neue Spielzeit in Angriff.
Sieben Absteiger wird es geben, um die Liga auf ihr altes Maß (14) zurückzuschrauben. Mit eingerechnet sind da schon die drei Regionalligisten, die es im Juni 2021 nach erfolgreicher Relegation nach oben spülen wird.

Das heißt im Klartext: Pro Neuner-Staffel purzeln drei Teams direkt nach unten, die jeweils Tabellensechsten ermitteln in Hin- und Rückspiel einen weiteren Absteiger. „Wir müssen also mindestens vier Mannschaften hinter uns lassen, um auf der sicheren Seite zu sein“, macht Isabelle Hawel zusammenfassend klar: „Ich erwarte eine sehr spannende und vor allem offene Saison. Ähnlich wie Werder Bremen im Vorjahr haben wir mit dem 1. FC Köln eine Mannschaft, die als ganz klarer Favorit gilt. Alle anderen Teams sind auf einem ähnlichen Niveau, jeder kann jeden schlagen. Schwer einzuschätzen sind natürlich die zweiten Mannschaften von Eintracht Frankfurt, Bayern München und Hoffenheim.“

Rein finanziell muss die SG 99 in der erweiterten Liga mit reduzierten Zuschüssen des DFB auskommen, weil vier Teams mehr als in der abgebrochenen Saison 2019/20 ein Stück des verfügbaren Kuchens abhaben möchten. Was aber wieder kompensiert werden kann, weil weniger kostenintensive Zwei-Tages-Fahrten auf dem Programm stehen, lediglich nach Ingolstadt (444 Kilometer) und nach München (516 Kilometer) wird der Andernacher Tross diese Strapaze auf sich nehmen. Der drittweiteste Weg führt ebenfalls nach Bayern, aber die Strecke bis Würzburg (243 Kilometer) ist einigermaßen überschaubar. Wegen des relativ späten Beginns zieht sich die Hinrunde bis zum 7. März, das Spiel in Köln beendet die erste Halbserie.

Zur aktuellen Personallage: Maren Weingarz ist nach muskulären Problemen noch lange nicht bei 100 Prozent, allerdings gelang ihr nur fünf Minuten nach ihrer Einwechslung der wichtige Führungstreffer beim DFB-Pokalspiel am vergangenen Samstag in Alberweiler (2:0). Besarta Hisenaj, im Sommer vom FSV Hessen Wetzlar gekommen, pausierte wegen einer Kniekehlen-Prellung. Ob sie bis zum Ligastart wieder fit sein wird, bleibt abzuwarten. Sportlich beendet ist die Saison im Prinzip für Hannah Ackermann, die 19-Jährige hat sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen. Nicht ganz so ernst ist die Lage bei Sarah Krumscheid, die derzeit eine Kreuzbanddehnung auskuriert. Und Sarah Meinerz, zugleich Athletiktrainerin des Teams, wird aufgrund anhaltender Rückenprobleme zumindest bis zur Winterpause nicht zum Einsatz kommen. Sollte es für Weingarz und Hisenaj noch nicht reichen, verbleiben in der Summe 18 verfügbare Spielerinnen plus die Perspektivkräfte Luisa Mais, Emily Reuschenbach und Joelina Martini, die nach einem Bilderbuchstart mit der zweiten Mannschaft unangefochten die Tabelle der Rheinlandliga anführen.

Ungeachtet der durchwachsenen Personallage hoffen Hawel und auch Stein auf einen guten Start. An die bislang einzige Begegnung mit Ingolstadt haben die Bäckermädchen nur die besten Erinnerungen. Dank des Doppelpacks von Kapitänin Magdalena Schumacher gewann die SG 99 am 30. November des Vorjahres auf dem Kunstrasen des Audi-Sportparks mit 2:1. Der kommende Gegner war vor Wochenfrist ebenfalls erfolgreich unterwegs, im bayrischen DFB-Pokalduell mit dem Klassenkonkurrenten FC Würzburger Kickers siegten die Schützlinge von Trainer Alexander Ziegler nach komfortabler 3:0-Führung am Ende nur knapp mit 3:2. Genau an dieser Stelle, auf dem Rasenplatz der Bezirkssportanlage Ingolstadt-Mitte, will Andernach nun gern erfolgreich sein.

Alle Spiele der Hinrunde im Überblick

A = Auswärtsspiel
H = Heimspiel

1. Spieltag (4. Oktober – A): 
FC Ingolstadt 04 (11 Uhr).
2. Spieltag (11. Oktober – H):
 1. FFC 08 Niederkirchen (14 Uhr).
3. Spieltag (18. Oktober – H):
 1. FC Saarbrücken (14 Uhr).
4. Spieltag (8. November – A): 
FC Bayern München II (11 Uhr).
5. Spieltag (15. November – H): 
TSG 1899 Hoffenheim II (14 Uhr).
6. Spieltag (22. November – A): Würzburger Kickers (14 Uhr).
7. Spieltag (13. Dezember – H): Eintracht Frankfurt II (14 Uhr).
8. Spieltag (7. März – A): 1. FC Köln (14 Uhr).

Die Rückrunde beginnt am 14. März 2021, der letzte Spieltag ist am 23. Mai.

Viel Verkehr auf dem Sportplatz des SV Alberweiler: Am Ende behielt die SG 99 Andernach (blaue Trikots) – von links mit Caroline Asteroth (im Hintergrund), Marie Schäfer (am Ball), Vanessa Zilligen, Kapitänin Magdalena Schumacher, Carolin Dillenburg, Karla Engels und Kathrin Schermuly (ganz rechts verdeckt) – im DFB-Pokalspiel mit 2:0 die Oberhand. In der nächsten Runde geht es voraussichtlich am 1. November zu Hause gegen den 1. FC Saarbrücken, zunächst aber steht für die Bäckermädchen am Sonntag der Zweitliga-Auftakt beim FC Ingolstadt 04 auf dem Programm. Foto: Norbert J. Becker

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