2:1 bei der SG Schneifel – der Robin Hood aus Andernach schlägt wieder zu

Wahrscheinlich sollten die Bäckerjungen beantragen, nur noch gegen die Spitzenteams der Rheinlandliga antreten zu müssen. Eine Woche nach dem bitteren 2:2 beim Tabellenletzten Wissen gelang den Andernachern am Samstag ein überzeugendes 2:1 (1:1) beim vor Anpfiff Tabellenzweiten SG Schneifel. Eben jener Mannschaft, die vor zwei Wochen noch Wissen mit 11:2 abgeschossen hatte. „Das ist bei uns immer dasselbe. Gegen die guten sind wir gut, gegen die Schlechten sind wir Schrott“, sagt Trainer Kim Kossmann. „Heute war wieder Robin Hood unterwegs, der den Reichen die Punkte klaut.“

Vielleicht half ja auch der schlechte Start in die Begegnung. In Wissen waren die Andernacher noch früh in Führung gegangen, auf dem Rasenplatz in Stadtkyll gerieten die Gäste stattdessen früh in Rückstand. Schiedsrichter Ayoub Driouache entschied auf ein Foul durch Leon Schmitz, Jan Pidde verwandelte den fälligen Strafstoß zum 1:0 (12.).

Das war es dann aber auch schon mit nennenswerten Offensivaktionen der Gastgeber in der ersten Halbzeit. Andernach war vor der Pause die aktivere, die bessere Mannschaft. Richtig zwingend waren die Gäste-Angriffe jedoch so lange nicht, bis Jan Engels von rechts in den Strafraum zog und seine scharfe Hereingabe Philipp Bauer nur zum 1:1 ins eigene Tor lenken konnte (33.). Danach lag allerdings in der besten Andernacher Phase sogar das 1:2 in der Luft. Linus Wingenbach (40.), Mike Borger (44.) und Gian Luca Dolon (45.) verpassten nur knapp eine verdiente Pausenführung.

In der zweiten Halbzeit schwand das Andernacher Übergewicht. Schneifel fand nun besser in die Partie. Philipp Bück scheiterte aus kurzer Distanz an Jannis Koch (61.), David Spruds köpfte nach einer Ecke knapp am Tor vorbei (63.). Dass das Spiel dennoch in die andere Richtung kippte, lag an einem unnötigen Fehlpass der Gastgeber. Dolon kam so 50 Meter vor dem Tor an den Ball und überwand von dort den weit vorgerückten Dennis Koziol mit einem Sahneschuss (86.). Schneifel gab sich nicht auf, Simon Reetz hatte in der Schlussphase noch zwei Mal den Ausgleich auf dem Fuß (89., 90.+3). Am Ende blieb es aber beim Andernacher Auswärtssieg.

„Wir haben gut gekämpft und leidenschaftlich verteidigt. Und dann ist uns kurz vor Schluss etwas vor die Füße gefallen“, sagt Kossmann. „Das macht mich natürlich stolz. Aber ich denke auch gleich wieder an letzte Woche.“

Es spielten: Koch, P. Schmitz, L. Schmitz, Schiffers, Drilon Demiraj (90.+4 Drinor Demiraj), Weidenbach, Saftig (87. Herbst), L. Wingenbach (67. de Abreu), Engels, Dolon (90.+2 Idirizi), Borger (83. M. Wingenbach)

SR: Ayoub Driouache (Trier)

Zuschauer: 177

Tore: 1:0 Pidde (12., Foulelfmeter), 1:1 Bauer (33., Eigentor), 1:2 Dolon (86.)

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 am Freitag, 24. April um 20 Uhr. Dann gastiert der FC Bitburg auf dem Andernacher Kunstrasen.

(mlat)

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