6:2 in München: SG 99 belohnt sich nach Sieg beim FC Bayern mit einem Wiesn-Besuch

Nach diesem Foul an Carlin Schraa gab’s für die SG 99 einen Foulelfmeter…

Welches Fußballteam kann schon behaupten, der FC Bayern München sei sein Lieblingsgegner? Für die Bäckermädchen der SG 99 Andernach jedenfalls hat sich die Fahrt in den Sportpark Aschheim vor den Toren der bayrischen Landeshauptstadt gelohnt. Der souveräne 6:2 (3:1)-Auswärtssieg gegen die zweite Mannschaft des deutschen Vizemeisters war der fünfte Sieg in Folge, den die Andernacher Zweitliga-Fußballerinnen gegen die Bayern errungen haben. „Wir wollen das Ergebnis nicht zu hoch hängen“, versuchte SG-Trainer Florian Stein hinterher den Ball flachzuhalten, „natürlich sind wir stolz auf diesen Sieg, aber ob wir wirklich vier Tore besser waren, wage ich zu bezweifeln. Wir hatten auch das Spielglück auf unserer Seite.“ Kein Zweifel besteht an der Reife des Andernacher Teams, das auf die wenigen Rückschläge prompt reagierte und sich vor allem im Ausnutzen der zahlreichen Tormöglichkeiten kaltschnäuzig und effektiv zeigte. Für die frühe Führung sorgte Vanessa Zilligen per Foulelfmeter, nachdem Nike Herrmann beim Abwehrversuch Carolin Schraa unglücklich umgeschubst hatte (11.). „Ein Kann-Elfmeter“, urteilte Stein, „für uns war’s der Dosenöffner.“

Doch die Bayern, die mit zwei Auswärtssiegen vielversprechend in die Saison gestartet waren, beantworteten den Rückstand mit verstärkter Offensive. Daphine Redzepi zeigte, wie die Andernacher Defensive zu knacken war, leitete den Angriff im Mittelfeld selbst ein, startete durch und köpfte die Flanke von Marlene Wild freistehend ins Tor (23.). Bei der SG schlichen sich Unsicherheiten ein, Alina Wagner hätte per Kopf beinahe ins eigene Tor getroffen, was Torfrau Laura van der Laan mit toller Parade verhinderte (26.). Vier Minuten später lag Andernach wieder vorn. Vanessa Zilligen eroberte den Ball in der Bayern-Hälfte, Lisa Umbach steckte durch, und Carolin Schraa schlenzte den Ball frei vor Bayerns Torfrau Laura Benkarth routiniert ins Netz (30.). Und es kam noch besser: Sechs Minuten vor der Pause setzte Schraa die heranstürmende Besarta Hisenaj auf rechts in Szene, deren Flanke an den zweiten Pfosten drückte Lisa Umbach ungehindert aus kurzer Distanz über die Linie (39.).

Im zweiten Durchgang „haben wir uns in eine Art Rausch gespielt“, befand Florian Stein: „Da waren wir drückend überlegen.“ Umbach donnerte den Ball nach Schraas Querpass unter die Latte zum 4:1 (57.), und als die Gastgeberinnen nach Marlene Wilds 2:4 (80.) noch einmal auf eine spannende Schlussphase hofften, beantwortete Schraa alle offenen Fragen prompt mit dem 5:2 (83.). Vorausgegangen war ein misslungener Münchner Rückpass, Pressingmonster Julia Schermuly zwang Torfrau Benkarth zu einem Pressschlag, der Schraa freie Bahn zum Torschuss verschaffte. Kathrin Schermuly sorgte nach einer Ecke per Rechtsschuss in den Winkel für den sechsten Andernacher Treffer (88.), und der siebte, den Vanessa Zilligen nach Lisa Umbachs Freistoßflanke erzielte, fand wegen Abseits keine Anerkennung (90.+1).

„Mit der heutigen Effizienz hätten wir auch Bundesligist Freiburg geschlagen“, gönnte sich Stein einen Rückblick aufs unglücklich verlorene Pokalspiel vor einer Woche. Elf eigene Tore in den ersten drei Pflichtspielen lassen hoffen, dass Abschlussschwäche in Andernach kein Thema mehr ist. Auch die beiden vermeidbaren Gegentore störten den Trainer nicht allzu sehr: „Wir wollten nicht hinten drin stehen und auf Konter setzen wie gegen Freiburg, sondern mutig vorn draufgehen. Dadurch boten wir dem Gegner bisweilen Räume an, doch ich gewinne lieber 6:2 als 4:0.“ Zur Belohnung verordnete die Mannschaftsleitung ihren treffsicheren Fußballerinnen anschließend einen „Spontanbesuch auf der Wiesn“, in München ist ja derzeit Oktoberfest. Stein: „Das haben sich die Mädels verdient, auch wenn wir heute Abend später nach Hause kommen.“ Stefan Kieffer

Die Statistik zum Spiel gibt’s HIER

Die Tore in der Video-Zusammenfassung (staige.tv) gibt’s HIER

…Vanessa Zilligen nutzte den Strafstoß nach elf Minuten zur Führung der Bäckermädchen. Fotos: Tobias Jenatschek

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