Nach zweifelhaftem Siegtreffer: Andernach verliert Derby gegen Mendig

Trainer Kim Kossmann hatte es schon vor 14 Tagen prophezeit: Es werden schwere Wochen für die SG 99 Andernach. Nach der Corona-Zwangspause müssen die Bäckerjungen ein Mammutprogramm bewältigen. So gut der Start in die englischen Wochen mit dem 1:0 in Auw gelang, so mäßig ging es zumindest ergebnistechnisch weiter. Einem 0:5 in Kirchberg folgte ein 2:2 gegen Malberg. Am Mittwochabend wurde es auch im Derby gegen Mendig nichts mit dem nächsten Erfolgserlebnis. Die Andernacher verloren nach zwischenzeitlicher Führung mit 2:3.

„Wir haben das gut gemacht“, sagte ein dennoch zufriedener Kossmann. Dass der Andernacher Trainer nach Spielende um Fassung rang, lag am Siegtreffer der Mendiger in der 70. Minute. Nach einer Flanke von links traf Andre Marx am langen Pfosten zum 2:3. „Das war ein klares Handtor“, sagte Kossmann, dessen Eindruck nach dem Spiel durch das Beweisbild eines Fotografen bestätigt wurde. „Es ist unfassbar, dass das gegeben wird.“ So blieb nach dem Derby vor allem der fade Beigeschmack, zumindest um einen Punkt „betrogen“ worden zu sein, wie Kossmann es formulierte.

Bis zu dieser hochumstrittenen Szene bot sich den Zuschauern in Andernach ein offenes Derby mit Stärkephasen auf beiden Seiten. Nach rund einer Viertelstunde waren es zunächst die Mendiger, die sich erkennbare Vorteile erarbeiteten. Gegen den einschussbereiten Majdi Mahmud konnte Tim Hoffmann noch in höchster Not klären, der gerade erst wieder fitgewordene Andernacher Verteidiger verletzte sich jedoch bei dieser Situation und musste gleich wieder ausgewechselt werden (18.). Nach einer Mendiger Ecke drei Minuten später konnte dann niemand mehr klären und Pascal Zimmer köpfte zum 0:1 ein.

Wie gegen Malberg gerieten die Andernacher relativ früh in Rückstand, wieder schlugen sie zurück. Nach einem Ballgewinn auf der rechten Seite landete der Ball beim freistehenden Sven Schiffers, der zum 1:1 traf (26.). Philipp Schmitz drehte per Foulelfmeter die Partie und brachte die Gastgeber mit 2:1 in Führung (33.). „Wir haben mutig gespielt. Das gemacht, was wir wollten“, sagte Kossmann.

Ein Sonntagsschuss von Niklas Heinemann sorgte kurz nach der Pause für den Mendiger Ausgleich (53.). Die Gäste hatten nun teilweise wieder leichte Vorteile, erspielten sich jedoch kaum Torchancen. Dann kam das bittere 2:3 und nach einer gelb-roten Karte gegen Tim Montermann (82.) warf Andernach noch einmal alles nach vorne. Für ein Happy-End reichte es an diesem Mittwochabend allerdings nicht. „So ist Fußball“, blieb Kossmann damit nur noch als Fazit. Am Samstag gibt es in Mayen die nächste Chance auf einen Derbysieg.

Es spielten: Weber, Schmitz, Hoffmann (18. Drinor Demiraj), Unruh, Hild (65. Zeneli), Neunheuser, Schiffers (83. Oster), Wagner, Conrad, Kossmann, Homfeld

SR: Markus Wozlawek (Bad Breisig)

Zuschauer: 250

Tore: 0:1 Zimmer (21.), 1:1 Schiffers (26.), 2:1 Schmitz (33., Foulelfmeter), 2:2 Heinemann (53.), 2:3 Marx (82.)

Besonderheiten: Gelb-rote Karte gegen Montermann (Mendig, 82.)

Philipp Schmitz traf per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:1 für Andernach. Foto: René Weiss

Das nächste Spiel bestreitet die SG 99 Andernach am Samstag, 17.30 Uhr beim TuS Mayen (14., 10 Punkte)

(mlat)

 

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