Rheinlandliga: Kim Kossmann soll Andernach retten

SG 99 Andernach – SG Mülheim-Kärlich  0:2 (0:1)

Andernach. Paukenschlag bei der SG 99 Andernach. Nach acht Jahren endet die Amtszeit von Franz Kowalski als Trainer der SG 99 Andernach. Am Montagmorgen teilte Kowalski dem Vorstand seinen Entschluss mit. Vorangegangen waren fünf Niederlagen aus den ersten fünf Rheinlandliga-Spielen sowie das Aus im Rheinlandpokal. Ein Nachfolger ist bereits gefunden. Übernehmen soll der langjährige Kapitän Kim Kossmann. Der trat erst zum Saisonende aus der ersten Mannschaft zurück und fungierte zuletzt als Spielertrainer der „Zweiten“.

Vorangegangen war der nächste sportliche Tiefpunkt. Gegen Mülheim-Kärlich erspielten sich die Andernacher in 90 Minuten nur eine nennenswerte Torchance durch Hakan Külahcioglu (63.). Ansonsten dominierten die Gäste das Spiel und gewannen schließlich verdient mit 2:0. Zum wiederholten Mal machten die Andernacher zu viele Fehler. Das einst so erfolgreiche Andernacher Umschaltspiel fand kaum statt. Für Kowalski auch eine Folge von mangelndem Selbstvertrauen. „Bei uns ist der Wurm drin“, sagte er.

Besser machten es die Gäste aus Mülheim-Kärlich. Sie hatten von Beginn an mehr Ballbesitz und gingen durch einen Distanzschuss von Daniel Aretz mit 1:0 in Führung (14.). Nach einem Foulspiel von Melih Taha Begen hätte Jeremy Heyer schon früh für klare Verhältnisse sorgen können. Er schoss den fälligen Elfmeter jedoch meilenweit über das Tor (19.). Doch Mülheim-Kärlich blieb auch in der Folge spielbestimmend. Andernach stand tief und konterte zu selten.

So blieb es auch in der zweiten Halbzeit. Zwar stellte Kowalski seine Mannschaft nun offensiver ein. Andernach ging den Gegner früher an. Nur die Chancen, die blieben weiterhin aus. Stattdessen traf Aretz ein zweites Mal. Bei seinem Versuch aus 20 Metern war die Andernacher Hintermannschaft erneut zu passiv und überließ ihm freies Schussfeld (70.). Überhaupt blieb ein Aufbäumen des Schlusslichts bis zum Abpfiff aus. Mülheim-Kärlich war dem dritten Treffer weiterhin näher als Andernach dem ersten. Die beste Chance zum 0:3 verpasste Michael Rönz (77.). Nach dem Spiel übte sich Kowalski noch in Durchhalteparolen, sprach von Unterstützung aus der zweiten Mannschaft, wollte Kossmann als Spieler zurückholen. „Wir müssen die Kräfte bündeln“, sagte er. In der Nacht fällte er dann wohl den Entschluss, dass es ohne ihn weitergehen soll.

Andernach: Nett, K. Begen, P. Schmitz, M. Begen, Hoffmann, Heider (65. T. Schmitz), Unruh (72. Conrad), Matzon, Lutz, Külahcioglu (80. Zeneli), Hawel

Mülheim-Kärlich: Wall, Birkner, Fritsch, Dohmen, Scheu, M. Rönz (83. Dimmel), C. Rönz, Henrich, Aretz, Mahmud (85. Ouro-Djeri), Heyer (74. Wolf)

SR: Lukas Wilzek (Höchstenbach)

Zuschauer: 150

Tore: 0:1/0:2 Aretz (14./70.)

Besonderes Vorkommnis: Jeremy Heyer (Mülheim-Kärlich) schießt einen Foulelfmeter über das Tor (19.).

Text von Marc Latsch

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