„Menschenfänger“ gesucht: Stein und Hawel scheiden als Trainerteam bei der SG 99 aus
Die Frauen- und Mädchenfußball-Abteilung der SG 99 Andernach muss sich zur Saison 2024/25 ein neues Trainerteam suchen. Chefcoach Florian Stein, zugleich Sportlicher Leiter, wird im Sommer aus beruflichen Gründen seine doppelte Tätigkeit beim Zweitbundesligisten nach dann vierjähriger Amtszeit schweren Herzens beenden. Der 35-Jährige Grundschullehrer verlässt für zwei Jahre bekanntes Terrain und betritt Neuland als Verbandssportlehrer des Fußballverbands Rheinland. Den bevorstehenden Trainerwechsel sehen die Andernacher auch als Chance: „Nach vier Jahren unter meiner Leitung tut den Mädels ein neuer Impuls vielleicht gut“, hofft der scheidende Coach, „das neue Trainerteam darf sich auf eine ganz besondere Mannschaft freuen.“ Stein hat gemeinsam mit I
sabelle Hawel (37) das Ensemble der mittlerweile deutschlandweit bekannten Bäckermädchen zu einem etablierten Zweitligisten weiterentwickelt.
Die etwas aufmunternde Nachricht hinter dieser Hiobsbotschaft für den Verein aus der Stadt am Rhein: Stein geht der Mannschaft zwar auf sportlicher Ebene verloren, bleibt aber ehrenamtlich als Nachfolger des im Juni ebenfalls aus beruflichen Gründen ausscheidenden Abteilungsgeschäftsführers Patrick Schmitz im Boot – sofern die Mitgliederversammlung ihr entsprechendes Votum abgibt. Auch Schmitz verschwindet nicht spurlos in der Versenkung, sondern wird die SG 99 als Fachmann in Steuerangelegenheiten beraten.
Ein weiterer, fast schon zwangsläufiger Personalwechsel, vordergründig aber aus eher erfreulichem Anlass, steht ebenfalls unumstößlich fest: Isabelle Hawel, für die SG 99 zuletzt in Dreifachfunktion als Trainerin, Teammanagerin und Abteilungsleiterin unterwegs, wird im Mai zum dritten Mal Mutter und steht somit ab Anfang April nur noch eingeschränkt zur Verfügung. In die führende Rolle als Teammanager schlüpft ersatzweise ein alter Bekannter, der 2022 nach 16-jähriger Tätigkeit die Verantwortung für die Frauen- und Mädchenabteilung eigentlich in jüngere Hände hatte legen wollen. Bodo Heinemann (62), 2006 „Gründungsvater“ der weiblichen Sparte im Verein, war zuletzt noch koordinativ in der Geschäftsstelle und als gelernter Sportjournalist in seiner Kernfunktion „Medien & Kommunikation“ im Einsatz. Im letztgenannten Bereich folgt ihm nun Tobias Jenatschek als offizieller Pressesprecher. Der 48-Jährige aus Bad Bodendorf ist der Fotograf der Frauen- und Mädchenabteilung und verantwortete zuletzt den Social-Media-Bereich.
Diese Lücken sind also geschlossen, offen sind aber noch die entscheidenden Positionen am Spielfeldrand. Stein selbst treibt die Suche nach seinem Nachfolger voran: „Wir haben bereits einige gute Gespräche geführt, aber es gibt noch keinen endgültigen Kandidaten fürs Traineramt“, erläutert er den Stand der Dinge. „Wir hoffen auf weitere Interessenten.“ Was muss der Nachfolger oder die Nachfolgerin im Traineramt mitbringen, worauf kann sich das neue Trainerteam einstellen? Stein: „Der Reiz dieser Tätigkeit liegt nicht im Finanziellen. Wir suchen einen Menschenfänger, der die Mannschaft begeistern kann und in unserem Sinne weiterführt.“
Kontakt: baeckermaedchen@sg99-andernach.de
Geht es allein nach der Idee der Frauen- und Mädchenabteilung der SG 99, dann werden Florian Stein als ehrenamtlicher Geschäftsführer, Isabelle Hawel als Abteilungsleiterin (beide zu wählen im Sommer von der Mitgliederversammlung), Bodo Heinemann als Teammanager und Tobias Jenatschek als Pressesprecher die Geschicke des Zweitligisten aus Andernach in der neuen Saison lenken. Foto: Franziska Blankart



Was Florian Stein mit seinem Team in der Bäckerjungenstadt erreicht hat ist kurz gesagt, Weltklasse. Die Mädels spielen einen solch tollen Fußball. Da macht es riesig Spaß den Mädels zuzuschauen. Bin durch meine leider viel zu früh verstorbene Schwester im Thema Frauenfussball vorbelastet, aber diesen Bäckermädels zuzusehen macht extrem viel Spaß. Da wird ein neuer Kunstrasen verlegt, was ja auch mit immensen Kosten verbunden ist und dann kommt der DFB und plötzlich entspricht die Rollfähigkeit des neuen Rasen nicht mehr den für die 2. Liga erforderlichen Kriterien. Was macht die SG 99, sie fragt in Mendig und findet dort vorübergehend eine neue Heimat um die Spiele der 2. Buli spielen zu dürfen. Der DFB möchte nicht zu 100%, dass es einem kleinen Verein gelingt in die Phalanx der etablierten vorzustossen. Die SG 99 hatte viel Pech mit Verletzten, aber es wird nicht gejammert sondern Ärmel hoch und durch. Bei meinem Team am Niederrhein steht ein Denkmal. Solch ein Denkmal hätte Florian Stein ebenfalls verdient, da er grandiose Arbeit geleistet hat. Ein solche Denkmal entspräche zwar nicht seinem Naturell, aber der FV in Koblenz kann sich auf einen Fachmann erster Güte freuen. Als kompetenter Trainer und als Mensch, obwohl ich mit Florian Stein noch nie persönlich ein Wort gewechselt habe. Für die Suche alles erdenklich Gute, dass es auch in der Zukunft so weiterläuft. Werde gerne in Zukunft weiter die Spiele besuchen, da es einfach toll ist was in Andernach bei der SG 99 entstanden ist und hoffentlich weiterläuft.