3:1 gegen Würzburg: SG 99 kann in Ruhe die neue Zweitliga-Saison planen

Ein Donnerwetter in der Kabine während der Halbzeitpause und eines von oben kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit brachten schließlich unterm Strich das gewünschte Ergebnis: Nach wenig berauschender erster Hälfte und einer deutlichen Steigerung im zweiten Abschnitt behielten die Fußballfrauen der SG 99 Andernach in der 2. Bundesliga Süd gegen die abstiegsbedrohten Würzburger Kickers mit 3:1 (1:1) die Oberhand.

Ziele ändern sich in einer tabellarisch extrem engen Gemengelage mitunter über Nacht: Nach dem neunten Saisonsieg brennt nach unten rein gar nichts mehr an für die Bäckermädchen, die vor der Spielzeit für viele eher zum Kreis der potenziellen Abstiegskandidaten zählten. „Es war das i-Tüpfelchen auf einer bisher überragenden Saison. Wir bleiben schon drei Wochen vor dem Saisonende sicher in der Liga, damit hat wohl niemand gerechnet“, bilanzierte das Trainerteam Isabelle Hawel und Florian Stein im Gleichklang. Fortan kann sich die in Summe formstabile SG 99 bis zum Saisonende am 6. Juni nunmehr darauf konzentrieren, den zweiten Tabellenplatz in der Neunerstaffel zu verteidigen. Gefährlich werden dürfte da nach menschlichem Ermessen maximal noch der FC Bayern München II.

Bis der Erfolg gegen das Team aus Würzburg aber unter Dach und Fach war, bedurfte es einer Energieleistung gegen mutige Gäste, die vom Anpfiff weg ihr Heil in der Flucht nach vorne suchten. Verzichten musste Andernach kurzfristig auf Mittelfeldmotor Vanessa Zilligen, die sich im Abschlusstraining das linke Ellenbogengelenk ausgekugelt hatte. „Den bitteren Ausfall haben wir gut kompensiert. Wir haben eine gute Bank, das haben die Wechsel in der zweiten Hälfte auch gezeigt“, erklärte Isabelle Hawel. Nicht einmal unverdient gingen die Kickers nach neun Minuten in Führung. Die Innenverteidigung der Heimmannschaft klärte nicht energisch genug, Julia Scheidel nutze den präzisen Steckpass in die Schnittstelle zum 1:0. Eher glücklich, aber mustergültig inszeniert war der Andernacher Ausgleich: Marie Schäfer bediente von der linken Seite die perfekt eingelaufene Torjägerin Antonia Hornberg, die per Direktabnahme ins Würzburger Tor traf (27.).

Danach haderte Würzburgs Trainer Eugen Ungefuch angesichts guter Gelegenheiten zu Recht mit der Abschlussschwäche seiner Schützlinge: „Wir hätten vor der Pause mit 2:1 in Führung gehen müssen, in der zweiten Halbzeit gar auf 3:1 erhöhen können.“ Gnadenlose Effizienz im Abschluss präsentierte nur der Gastgeber. Wieder war es Marie Schäfer, die diesmal per Kopf die zentral durchstartende Hornberg bediente. Strammer Schuss von der Strafraumgrenze, die SG 99 führte 2:1 (64.). Es war der achte Saisontreffer der quirligen Spielerin mit der Nummer 31 auf dem Rücken. Keine Frage, dass der Rückstand die Gäste in Teilen lähmte. Die defensive Stabilität der SG 99 nahm zu, der Druck des Gegners parallel ab.

Als im Prinzip nichts mehr auf eine Resultatsveränderung hindeutete, griffen zweieinhalb Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit sowohl der Wettergott als auch die Schiedsrichterin ein. Donnergrollen und einsetzender Starkregen verursachten eine rund viertelstündige Unterbrechung. Nach der Wiederaufnahme war die SG 99 schneller im Betriebsmodus. Laura Weißenfels bediente im Duett zweier eingewechselter Spielerinnen  vorm gegnerischen Tor uneigennützig per Querpass die mitgelaufene Laura Weinel – 3:1 (90.+3). Die SG 99 kann nun in Ruhe die am 14./15. August startende Zweitliga-Saison 2021/2022 planen.

Der Wendepunkt: Antonia Hornberg (links, blaues Trikot) erzielt hier das 2:1 für die Farben ihrer SG 99 nach 64 Minuten gegen die Würzburger Kickers. Foto: Tobias Jenatschek

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