Aufstiegsrunde zur 2. Liga: SG 99 bestreitet Hinspiel beim 1. FC Union Berlin

26 Meisterschaftsspiele, acht Testpartien, sechs Rheinlandpokal-Begegnungen, zwei Hallenturniere und eine Aufgabe im DFB-Pokal. Die Fußballfrauen der SG 99 Andernach haben in den vergangenen neun Monaten ein strammes Programm hinter sich gebracht, aber noch ist die Saison 2018/19 für sie nicht beendet. Denn zum (krönenden?) Abschluss gibt es jetzt noch die beiden Aufstiegsspiele zur zweithöchsten Klasse der Republik. Im ersten Aufeinandertreffen muss der Meister der Regionalliga Südwest am Sonntag um 14 Uhr beim Titelträger des Nordostens, dem 1. FC Union Berlin, Farbe bekennen. Das Rückspiel geht exakt eine Woche später im Andernacher Stadion über die Bühne. „Eiserne Ladies“ gegen „Bäckermädchen“ – so nennt der Volksmund übrigens diese Begegnung. Vor dem eröffnenden Kräftevergleich steht der SG 99 eine beschwerliche, rund 620 Kilometer lange Anreise in die Hauptstadt bevor. Um sieben Uhr in der Früh macht sich der Tross am Samstag auf den Weg, der aufgrund des abendlichen DFB-Pokalfinals der Männer zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig sicher mit stark frequentierten Autobahnen gepflastert ist.

Das Spiel am Sonntag geht nicht etwa in der berühmt-berüchtigten „Alten Försterei“ über die Bühne, denn dieser Platz ist  fürs Bundesliga-Relegationsrückspiel der Männer am Montag zwischen dem 1. FC Union und dem VfB Stuttgart reserviert. Die Begegnung des nur vermeintlich schwachen Geschlechts wird – wie in der Meisterschaft der Berlinerinnen auch durchaus üblich – auf dem Rasen des Fritz-Lesch-Sportplatzes angepfiffen. Gewertet wird nach dem Europapokal-Modus. Heißt: Auswärts geschossene Tore zählen doppelt, wenn in Addition die Zahl der jeweils erzielten Treffer identisch sein sollte. Beide Teams tappen weitgehend im Dunkeln, wenn es darum geht, die Leistungsstärke des Gegners verlässlich einzuschätzen. Der Andernacher Trainer Kappy Stümper sagt:  „Zweifelsohne ein ebenbürtiger Gegner. Aber wir vertrauen auf unsere eigenen Stärken. Allerdings müssen wir unser Potenzial schon vollständig abrufen, sonst wird das nichts. Mit der Vorstellung wie im Pokalfinale gegen Holzbach werden wir in Berlin nicht weit kommen.“ Dort reichte ein eher bescheidener Auftritt, um am Ende mit 3:1 die Trophäe hochhalten zu dürfen.

Ein Blick auf die beeindruckende Berliner Bilanz: Die bislang einzige Saisonniederlage gab es am 23. September mit einem 0:2 gegen Viktoria Berlin. Zwei Wochen später folgte ein 1:1 beim SV Eintracht Leipzig-Süd, danach 15 Siege in Serie – unter anderem die 4:0-Revanche gegen die Viktoria und ein abschließendes 3:2 gegen den 1. FFC Magdeburg. Im Berliner Pokalfinale gab es ein drittes Duell mit dem Stadtrivalen, auch hier behielt Union mit 3:2 die Oberhand. Auf Platz zwei in der Torjägerliste der Nordost-Liga: Marta Stodulska (stattliche 24 Erfolgserlebnisse), mit Abstand folgen Elisa Emini (zehn) und Josephine Bonsu (neun). Andernach wirkt in der Südwest-Statistik ein Stück weit homogener: Maren Weingarz (17), Antonia Hornberg (15), Lisa Umbach (12), Laura Weinel (9), Sarah Krumscheid (8) und Spielertrainerin Isabelle Stümper (7) trafen in stetem Wechsel ins Schwarze. Was diese Leistungsnachweise wirklich wert sind, wird sich am Sonntag zeigen.

Derweil vermeldete die SG 99 den ersten externen Neuzugang für die Saison 2019/20: Emily Reuschenbach ist aktuell die U17-Spielführerin des SV Rengsdorf und wechselt in Kürze nach Andernach. Die 17-Jährige wohnt in Heimbach-Weis und spielte zuletzt zwei Jahre lang in der B-Juniorinnen-Bundesliga. Weitere Vollzugsmeldungen soll es spätestens unmittelbar nach dem Rückspiel gegen den 1. FC Union Berlin geben.

Ein Küsschen in Ehren: Nach der Meisterschaft in der Regionalliga Südwest holte sich die SG 99 Andernach (links Lisa Umbach, rechts Eva Langenfeld) auch den Rheinlandpokal. Als Krönung soll nun im Kräftevergleich mit dem 1. FC Union Berlin der Aufstieg folgen. Foto: Norbert J. Becker

 

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