Frauen-Regionalliga: SG 99 fährt Issel im Spitzenspiel mit 5:0 an die Wand

Wenn der Tabellenerste auf den Dritten trifft, ist gemeinhin von einem Fußball-Spitzenspiel die Rede. Was aber im Kräftevergleich der SG 99 Andernach mit dem TuS Issel am 19. Spieltag der Frauen-Regionalliga Südwest bestenfalls auf dem Papier so der Fall war, denn der Gastgeber gewann die höchst einseitige Begegnung am Ende erstaunlich souverän mit 5:0 (3:0). In der Tat hatte der Spitzenreiter wesentlich mehr von dem in diesem Jahr zuvor noch verlustpunktfreien Gegner erwartet, der zwar in recht guter, aber auch nur minimaler Besetzung angetreten war. In Katharina Mey stand nur eine einzige Ergänzungsspielerin zur Verfügung. Der Andernacher Trainer Kappy Stümper vertraute gegen das Isseler Torjäger-Duo Isabel Meyer (15 Tore) und Anne Blesius (11) auf ein recht offensives 4-1-4-1-System mit Antonia Hornberg als einzige Spitze: „Wir haben lange überlegt, uns aber dann für diese Variante entschieden.“

Nach verhaltener Anfangsphase sollte sich diese Maßnahme bezahlt machen: TuS-Torhüterin Dana Gotthard konnte einen Hornberg-Schrägschuss nur vor die Füße von Lisa Umbach abwehren, die traf zum 1:0 für die Bäckermädchen (23.). Kaum 120 Sekunden später war die SG 99 endgültig in der Spur, Hornberg spielte nach schönem Steilpass in die Schnittstelle uneigennützig quer auf die mitgelaufene Maren Weingarz, das 2:0 war perfekt (25.). Das dritte Erfolgserlebnis der Andernacher war ein kurioses und entstand keineswegs in Abseitsstellung, wie es die Gäste zwar gerne gesehen hätten, die Videoaufzeichnung es aber zweifelsfrei widerlegte. Kapitänin Magdalena Schumacher spielte hoch in den gegnerischen Strafraum auf Spielertrainerin Isabelle Stümper, die den Ball per artistischem Fallrückzieher über Gotthard hob – 3:0 (45.). Wer im zweiten Abschnitt mit einem Aufbäumen der Isseler gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Die SG 99 beherrschte klar die Szenerie, Torhüterin Kathrin Günther verlebte einen nahezu arbeitsfreien Nachmittag. Stümper (60.), Umbach (62.) und Weingarz (65.) verpassten eine Resultatsverbesserung.

Die besorgte dann Hornberg, als sie frei vorm TuS-Gehäuse auftauchte und nervenstark zum 4:0 (71.) vollstreckte. Die zielsichere Nummer 31 war auch am finalen Treffer beteiligt. Auf dem rechten Flügel düpierte sie die Isseler Abwehr und bediente halbhoch die mit aufgerückte Schumacher, die per Volleyabnahme traf (73.). „Zwei Traumtore zum 3:0 und 5:0“, freute sich Kappy Stümper nach dem Abpfiff: „Zudem fünf verschiedene Torschützen, das spricht für eine geschlossen gute Mannschaftsleistung.“ Fast wäre sogar noch das halbe Dutzend komplett gewesen, doch Eva Langenfeld donnerte das Spielgerät in der letzten Minute nach Vorarbeit der spät eingewechselten Jana Theisen – üblicherweise zwischen den Pfosten des Andernacher Gehäuses im Einsatz – an die Latte des verwaisten Isseler Tores. Aber auch so setzte die SG 99 im Aufstiegskampf ein deutliches Signal, das wird vor allem der verfolgende TSV Schott Mainz trotz des 3:0 im parallelen Vergleich mit dem 1. FFC Montabaur vernommen haben. Weiter geht es für den Spitzenreiter mit der Partie am kommenden Sonntag um 13.30 Uhr beim TuS Wörrstadt. Der ehemalige Bundesligist brachte den Bäckermädchen in der Hinrunde mit 4:3 die bislang einzige Saisonniederlage bei, diese Scharte gilt es nun auszuwetzen.

Vier der fünf Andernacher Torschützen gegen den TuS Issel auf einen Blick: (von rechts) Spielführerin Magdalena Schumacher, Isabelle Stümper, Lisa Umbach und Maren Weingarz (links im Hintergrund). Foto: Norbert J. Becker

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