Frauen-Rheinlandpokal: SG 99 hat den dritten Titel fest im Visier

Zum vierten Mal seit 2014 stehen die Fußballfrauen der SG 99 Andernach im Finale um den Rheinlandpokal: Einem unglücklichen 0:1 nach Verlängerung gegen den 1. FFC Montabaur folgte 2016 (2:1 gegen den TuS Issel) und 2017 (9:0 gegen den SV Holzbach) der Titelgewinn. Am Sonntag treffen die Bäckermädchen erneut auf Holzbach, die Begegnung wird um 16 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Baar-Wanderath angepfiffen. Von welcher Seite der neutrale Beobachter dieses Duell auch betrachten mag, so ziemlich alles spricht für die turmhoch favorisierte SG 99. Der Meister der Regionalliga Südwest trifft auf den Vorletzten der Tabelle, dieser Platz ist unter normalen Umständen gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Rheinlandliga. Nur ein möglicher Verzicht anderer Teams garantiert Holzbach im Nachgang den Klassenverbleib.

Am 3. Dezember 2014 verlor Andernach letztmals ein Pokalspiel auf Rheinland-Ebene (0:2 gegen den SC 13 Bad Neuenahr). Im Vorjahr war der Weg zum Titelgewinn frei für Holzbach, weil die SG 99 als Zweitligist nicht am Wettbewerb teilnahm. Vor dem beschriebenen 9:0 trafen beide Teams übrigens schon einmal im Pokal aufeinander, in der Spielzeit 2015/16 gewann Andernach mit 6:1 beim damaligen Verbandsligisten. Den aktuellen Unterschied symbolisiert eine einzige Spielerin: Maren Weingarz. Während der gesamte SV Holzbach in den elf Punktspielen nach der Winterpause lediglich neunmal ins Schwarze traf, verbuchte die Nummer acht der Bäckermädchen im selben Zeitraum stolze 15 Erfolgserlebnisse. Trotz aller noch so positiven Statistiken hält der Andernacher Trainer Kappy Stümper den Ball jedoch sprichwörtlich flach, er will dieses Spiel beileibe nicht als lästige Pflicht vor den beiden noch folgenden Aufstiegsspiele zur Zweiten Bundesliga verstanden wissen: „Alle müssen 100 Prozent geben, nur so geht es.“

Mit angezogener Handbremse geriet die SG 99 einmalig in diesem Jahr aus der Spur, eine Woche nach dem furiosen 6:3 gegen den TSV Schott Mainz und dem damit verbundenen Gewinn des Meistertitels handelte sich die Mannschaft ein überraschendes 1:3 beim 1. FC Riegelsberg ein. Warnung genug also, um auch die Begegnung mit Holzbach professionell anzugehen. Stümper ergänzt: „Ein Pokalfinale ist immer ein besonderes Highlight. Wir sind Favorit und nehmen diese Rolle auch an. Denn wir wollen nach der Meisterschaft das Double holen. Dass wir im Abschlusstraining extra Elfmeterschießen trainiert haben, sollte ein Signal an unsere Spielerinnen sein, dass das Trainerteam gebührenden Respekt vor dem Gegner hat und wir das auch von unserer Mannschaft einfordern.“

Mit einem Auge schielen die Andernacher Verantwortlichen in diesen Tagen auch in den Nordosten der Republik. Da steht am 19. Mai der letzte Spieltag der dortigen Regionalliga auf dem Programm. Gewinnt der 1. FC Union Berlin zu Hause gegen den 1. FFC Magdeburg, sind die „Eisernen Ladies“ der Kontrahent der „Bäckermädchen“ in den beiden Aufstiegsspielen zur Zweiten Bundesliga. Strauchelt Union jedoch, dann wird die nur einen Zähler schlechter gestellte Viktoria aus Berlin in der Tabelle noch vorbeiziehen. Aber dieses Szenario ist im Moment eher nebensächlich, die volle Konzentration der SG 99 gilt dem Pokalfinale. Allmählich nehmen auch die personellen Überlegungen für die kommende Saison konkretere Konturen an. Natürlich muss der Verein weiterhin zweigleisig planen, aber noch vor dem Schlagabtausch mit einem Berliner Team soll die erste Vollzugsmeldung folgen.

So war es am 21. Mai 2017: Mit sage und schreibe 9:0 zwang die SG 99 Andernach (links mit der vierfachen Torschützin Isabelle Stümper im Vorwärtsgang) den SV Holzbach (rechts Anna Sauer) im Altenkirchener Pokalfinale in die Knie. Wie läuft es nun knapp zwei Jahre später bei der Neuauflage dieses Duells in Baar? Foto: Norbert J. Becker

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